Filmmusik


In Spielfilmen, Fernsehen oder Kino, aber auch in der Werbung und in Computerspielen kommt oft Filmmusik bzw. Hintergrundmusik zum Einsatz. Entweder wird für den bestimmten Film eine neue Musik komponiert, oder aber eine bereits bestehende Melodie wird verwendet. Für den Film ,,Ich bin ein Elefant Madame’’ wurden ausschließlich Musikstücke verwendet, die schon vorhanden sind. Filmmusik begleitet Bilder und hat die Absicht, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen oder Gefühle zu wecken. Nebenbei verbindet sie Handlungsabläufe und -sprünge. Jedoch gibt es Unterscheidungen. Musik, die im Film stattfindet, z. B. indem ein Schauspieler ein Instrument spielt, nennt man On-Musik. Werden Melodien dem Film unterlegt, nennt man sie Off-Musik. In der Zeit des Stummfilms wurde die Musik noch live am Klavier bzw. vom Orchester gespielt. Genau wie heute war diese Musik speziell für den Film komponiert, oder es wurde einfach improvisiert. Der eigentliche Sinn der Filmmusik war, das Abspielgerät zu übertönen. Dabei wurde beobachtet, dass sie die Gefühle der Zuschauer enorm beeinflusst.



Hier einige Musikstücke zum Film: (Leider konnten wir nicht alle identifizieren).

(4x) Gleich zum Anfang des Films wird das Lied ,,I’m waiting for the man“ der amerikanischen Rockband „velvet underground’’ (1967) aus dem Off gespielt.

(4x) Ein wichtiger Bestandteil des Films ist das Lied ,,Ich küsse ihre Hand Madame“, das 1928 von Ralph Erwin komponiert und von Fritz Rotter getextet worden war. Der Filmtitel ist davon abgeleitet. Es wird zunächst bei einer Einstellung, die das altehrwürdige Schulgebäude zeigt, aus dem Off gespielt. Später parodiert der Schüler Rull in einer in Sahlenburg spielenden Strandszene den Song, indem er ,,Ich bin ein Elefant, Madame’’ singt. Der originale Text handelt von Hingabe. Im Film kann davon keine Rede sein. Vielleicht enthält der Filmtitel aber auch eine Anspielung auf den sprichwörtlichen Elefanten im Porzellanladen.

(2x) In Einstellungen, die das Lehrerkollegium auf dem repräsentativen Balkon des „Alten Gymnasiums“ zum Schulhof zeigen, wird das pompöse Opus ,,Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel im Off-Modus gespielt. Es vermittelt zusammen mit der Kameraperspektive, die den Zuschauer (gemeinsam mit den Lehrern) von oben auf die Schüler herabsehen lässt, ein seltsames Gefühl. Man fühlt sich als etwas Besseres und bestimmend.

(1x) Im Englischunterricht wird auf einem Plattenspieler den Schülern ,,The universal soldier“ von Donovan (1965) im On-Modus vorgespielt. Englisch-Lehrer Violat (Trankred Dorst) ist ein moderner Pädagoge, er will auf die Schüler eingehen und sie verstehen.

(1x) Gegen Ende des Films beim Unterricht mit dem Klassenlehrer fangen die Schüler an ein bekanntes deutsches Volkslied über Gedankenfreiheit zu singen: ,,Die Gedanken sind frei“ . Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts populär und von Hoffmann von Fallersleben überarbeitet.

(1x) Kurz vor dem Abspann wird der Song ,,Wir“ von Freddy Quinn gesungen. Auf die Anfrage von Peter Zadek hin, ob er das Lied für den Film noch einmal singen würde, reagierte Freddy Quinn ablehnend. Er hatte es ja eigentlich gegen die antiautoritäre Bewegung gesungen, und das geht aus dem Text auch deutlich hervor. Zadek wollte auf den Song aber auf keinen Fall verzichten. Deshalb ließ er ihn von einem Sänger, der Quinn perfekt imitieren konnte, covern. Während „Wir“ im Film aus dem Off zu hören ist, werden einige vorher gezeigte Filmeinstellungen und Ausschnitte aus Dokumentarfilmen wie z.B. Flächenbombardements im Vietnam-Krieg, der Ku Klux Klan, deutsche Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg und darauf folgend ein Soldatenfriedhof eingeblendet. Da die Bilder einen starken Kontrast zum gesungenen Text bilden, wirkt das Lied lächerlich. Es entsteht eine satirische Wirkung.