Der Generationskonflikt als Hintergrund


„Ich habe Zweifel, ob ´68 tatsächlich eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus war oder sie überhaupt angestrebt wurde. Oder ob es nicht vielmehr ein Generationskonflikt war, wie er sich auch in Frankreich, China und USA abspielte. Eine verkürzte Auseinandersetzung, die auf Vorwurf und Anklage und letztlich auch Machtstreben basierte. Die ´68er haben ihre Eltern ja schon früh entmachtet und sind jene Herrschenden geworden, vor denen sie uns, als wir Kinder waren, immer gewarnt haben. Ich habe übrigens nie geglaubt, dass die ´68er wirklich Antifaschisten waren.“ (Sophie Dannenberg)

Und so sah es in Augen mancher Beobachter wirklich aus:

Viele Menschen, die damals die ´68er Revolution erlebt haben, leugnen, irgendetwas mitbekommen zu haben, sind schon verstorben oder tun ahnungslos.

Viele vermeintlich Repressionsfreie hatten eigentlich eine Art von Diktatur im Hinterkopf und versuchten sie auch anzustreben. Sie haben sich nicht für die Freiheit eingesetzt, sondern haben dem Terror und der staatlichen Unterdrückung den Weg freigemacht.

Die „alten“ ´68er waren eine vaterlose Generation von traumatisierten Kriegskindern, denn diese Kinder erlebten, dass ihre Väter weggingen, um später gebrochen oder gar nicht zurückzukehren. So wuchsen sie oftmals bei ihren total überforderten Müttern auf, die ihnen nur selten Geborgenheit geben konnten. Viele waren aber auch einfach nur sauer auf ihre Eltern, da sie ihnen nichts über ihre mögliche „Nazivergangenheit“ erzählt hatten oder gar Nationalsozialisten waren bzw. es noch teilweise sind. Die Generation entwickelte - man könnte schon fast sagen - Hass gegen die eigenen Eltern. So fiel es auf, dass die ´68er oftmals eine Leitfigur suchten wie z.B. Stalin, Mao oder Che Guevara. 1968 waren Freiheit, Wut und Angst die beherrschenden Gefühle. Die Bereitschaft, diktatorischen Vaterfiguren hinterher zu rennen und diese flammend zu verteidigen, war groß. So könnte man sagen, dass ein Hauptanliegen vieler ´68er war, dass sie mächtige Ersatzeltern finden wollten.

Die Idee stand dahinter, mit sexueller Befriedigung die Gesellschaft und die Individuen zu verändern. Sie sahen es als Befreiung vom spießigen Elternhaus, Befreiung von der bedrückenden Aussicht auf eine bürgerliche Karriere. So bildeten sich Wohngemeinschaften ohne jegliche Privatsphäre.

Heutzutage sagt ein Teil derjenigen, die es miterlebt haben, dass es nur Unterdrückung gebracht habe, keine Freiheit. Gegenwärtig sei es eher unwahrscheinlich, dass es erneut zu einer solchen Bewegung kommen könnte.

„Die 68er-Generation hat Werte wie Leistungsbereitschaft, Verzicht und Fleiß zerstört. Gerade junge Menschen wollen Werte wieder leben. Unsere Großeltern-Generation ist dabei für viele von uns ein Vorbild.“ Dieses Urteil fällte der Hagener CDU-Ratsherr Christian Kurrat (24), Leiter der Ruhrgebiets-Delegation, auf dem JU-Deutschlandtag 2005.

Heute versteht das kaum noch jemand. „Jene letzte 'Revolution', die heute so weit entfernt scheint wie der Mond“– das sind „halb versunkene Zeiten, die auf viele Deutsche inzwischen fremder wirken als das Mittelalte“.

Und dass alle Phantasie der Heutigen nicht ausreicht, sich diese spießige, engstirnige, obrigkeitshörige, autoritäre, prüde, verlogene Duckmäuser-Gesellschaft vorzustellen, die noch vor gut drei Jahrzehnten dieses Land bewohnte – ist das nicht der ausschlaggebende Beweis für den Sieg der 68-er Revolution?

Entscheiden Sie selbst!