„Bremer Theater im Jahre 1962-1973 (Hübner-Ära)“


„Wir betrachten es als ein frohes Zeichen der Zeit, dass es künstlerischer und organisatorischer Tüchtigkeit und Tatkraft möglich ist, trotz der viel beklagten Kinogefahr die Anteilnahme des Publikums für die Aufgaben der Schaubühne wachzuhalten und zu entwickeln.“ Mit diese Erklärung brachten der Schriftsteller Hermann Bahr, Herbert Eulenberg und Rudolf Presber wurde am 15.August 1913 das Bremer Theaters am Goetheplatz eröffnet. Als Eröffnungsstück inszenierte Johannes Wiegand Oscar Wildes Stück „Eine Frau ohne Bedeutung“


Die Hübner-Ära

Ab 1962 begann mit Kurt Hübner der 1962 ins Theater einzog der Aufbruch, der in ganz Deutschland Furore machte. Elf Jahre war er als Generalintdendant am Bremer Theater tätig. Er brachte frischen Wind ins Theater und überzeugte mit neuen Ideen. Er kreierte zusammen mit Künstlern wie Peter Zadek, Wilfried Minks, Rainer Werner Fassbinder, Johann Kresnik und Bruno Ganz den so genannten „Bremer Stil“. Kurt Hübner erneuerte das Schauspiel mit persönlichem Methoden, was nicht bei allen Theaterbesuchern gut an kam. Er arbeitete mit neuen Gesichtern und besetzte viele Rollen mit sehr jungen Darstellern. Er lockte dadurch jedoch wesentlich mehr junges Publikum an. Kurt Hübner galt in der Theaterkritik schwierig, aber dennoch interessant.Unterstützt wurde er unter anderem von dem Bühnenbildner Wilfried Minks und dem Oberspielleiter und Regisseur Peter Zadek. Sie wurden zu den „tragenden Säulen“ des Bremer Theaters der Hübner-Ära.. Wilfried Minks war für das Prinzip des offenen und weiten Raums. Nicht immer stimmten die Vorstellungen der Regisseure, insbesondere Kurt Hübners, mit den Vorstellungen Wilfried Minks überein. Dennoch ließ man sich auf die Arbeit mit ihm ein, da man erkannte, dass er dem Bühnenbild neue Dimensionen gab. Seine Bühnenbilder prägten die Inszenierungen. „ Minks möchte das Theater wieder zu einem ästhetischen Abenteuer machen und den Bühnenraum, der Szene durch Mathematisierung Geist hinzugewinnen.“ (Regisseur Ernst Wendt) Auch für den Regisseur Peter Zadek entwickelte Wilfried Minks diverse Bühnenbilder. Unter anderem für die berühmte Inszenierung „Der Geizige“, „Frühlings Erwachen“ oder „Die Räuber“. Das Theaterstück „Die Räuber“ sorgte für viel Wirbel. Zuschauer waren empört darüber, wie „verpopt“ das Schillersche Werk durch Zadeks und Minks wurde. Doch sie konnten trotz der Proteste im Publikum auf Kurt Hübner zählen. Er unterstützte die sehr gewagte Kostümierung und Maskierung, sowie die unkonventionelle Interpretation des Schillerschen Werks. Bis 1973 war Kurt Hübner am Bremer Theater tätig. Durch Bernhard Minetti der am 24. Mai 1973 ans Bremer Theater kam und in Becketts Stück „Das letzte Band“ über Sein und Zeit philosophierte, war dies das Ende Kurt Hübners >am Bremer Theater. Das Ende einer Ära und das Ende des Bremer Stils.