Die Protestbewegung 1968


1968 ist ein bewegendes Jahr in die Geschichte eingegangen! Warum ist das Jahr 1968 so bewegend gewesen? Alleine die Protestbewegungen Ende der 1960er Jahre waren eine internationale Bewegung, die von den USA bis Prag reichte. Die Protestgeneration (also die Teilnehmer) verband ein so genanntes „Wir-Gefühl“, welches sich in den westeuropäischen Staaten in gemeinsamen Solidaritätsbekundungen manifestierte. Die Protestbewegung war in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) nicht ausschließlich, aber überwiegend ein Studentenprotest an den Universitäten. Einer der Wortführer der Außerparlamentarischen Opposition (APO) war Rudi Dutschke (*1940- +1979), eine charismatische Gestalt. Seine Vorstellungen begeisterten die Studenten, die sich vom Wohlstandsmief der Adenauer-Ära und der Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit durch die Elterngeneration befreien wollten. Einige Studenten in Deutschland begannen ihre Einstellung gegenüber Gewalt zu überdenken. Sie legitimierten Gewalt als taktisches Mittel gegen Staat, Regierung und Verfassung. Dieses führte u. a. die Gründung von terroristischen Vereinigungen wie der „Roten-Armee-Fraktion“ (RAF). Es ist noch zu diskutieren, ob diese gesellschaftlichen Entwicklungen und Folgen der späten 60er Jahre, als Nährboden für ein später geeintes Europa einzuschätzen sind.



In der DDR war 1968 ein schwieriges Jahr, denn auch im anderen Teil Deutschlands erhoben sich die Studenten um gegen die bestehenden Verhältnisse aufzubegehren. Wie im Westen waren auch sie von der Musik und einem veränderten Lebensgefühl geprägt. Ihnen stand jedoch eine im Wesentlichen autoritäre Staatsgewalt (SED, NVA) gegenüber. Aber die Entwicklung in der Tschechoslowakei war ihnen nicht verborgen geblieben - siehe Alexander Dubcecks Reformwillen.
Der Protest galt ähnlich wie im Westen den weltweiten Grausamkeiten und Verhältnissen im eigenen Staat, die man ändern könnte. Die Reformer erstrebten eine Demokratisierung des Sozialismus. Diese wurde jedoch durch den Einmarsch der sowjetischen Armee und der Bereitstellung der NVA an der Grenze zur CSSR verhindert. Am vorläufigen Ende der Entwicklung stand die Niederschlagung des „Prager Frühlings“. Ohne diese Generation ist die Bürgerbewegung, die 1989 die DDR zum Zusammenbruch führte, nicht denkbar.



Ende der 1960 Jahre war Ho Chi Minh mit seinen Einsatz für die Befreiung Vietnams von kolonialer Herrschaft weltweit bekannt. Zusammen mit Mao Zedong und dem argentinisch- kubanischen Revolutionär Ernesto Che Guevara gilt er bis heute als einer der bedeutendsten Praktiker des modernen Guerillakampfes. Ebenso wie für viele Befreiungsbewegungen in Ländern der Dritten Welt galt er auch für die rebellischen Studenten der westlichen Industriegesellschaft Mitte bis Ende der 60er als wichtige Symbolfigur und revolutionäres Vorbild.