Der Barkenhoff in Worpswede


Worpswede


Steckbrief“


Worpswede mit einer Fläche von 76,13km² liegt im Landkreis Osterholz. Auf diesem Flecken Erde leben ca. 9464 Einwohner. Stefan Schwenke ist einer von ihnen und parteiloser Bürgermeister der acht Gemeindeteile, aus denen Worpswede heute besteht.

Es sind die ehemals selbständigen Gemeinden Worpswede, Waakhausen, Überhamm, Schlußdorf, Mevenstedt, Neu Sankt Jürgen, Hüttenbusch und Ostersode.

In Worpswede verbinden sich Kunst, Kultur, Architektur und Landschaft zu einer einzigartigen Atmosphäre. Aus dem kleinen Moordorf ist ein Weltdorf der Kunst und ein beliebter Erholungsort geworden. Worpswede bedeutet soviel wie bewaldeter Hügel oder Hügelwald. Worpswede hat viele bekannte und schöne Sehenswürdigkeiten.



Geschichte


Worpswede war früher nur ein Bauerndorf, das von fünf Bauern besiedelt war. Die Zahl der Bauern stieg im Laufe der Jahre nur unwesentlich an. Mitte des 16. Jahrhunderts zählte man acht Bauern. Sie teilten sich das gesamte Land. Am Fuße des Weyerberges standen die Höfe.

Zweihundert Jahre später galt das Land als unbesiedelt, somit erhielten die Fürstenhäuser freien Besitzanspruch darauf.

1751 begannen die Vorbereitungen das Land mit Entwässerungsgräben nutzbar zu machen. Dadurch entstanden die Dörfer. Als erstes wurde 1762 Neu-Sankt-Jürgen gegründet. Das ganze Unternehmen leitete der königliche Moorkommissar Jürgen Christian Findorff, der von den Siedlern später als Moorvater verehrt wurde.

Die Kanäle waren damals die wichtigsten Verkehrswege, dadurch wurden andere Dörfer erreicht. Die Bauern konnten so auch die Moorflächen erreichen und Torf stechen. Der Torf war gut als Brennmaterial geeignet.

  • 1218 wurde Worpswede erstmals urkundlich erwähnt.

  • 1630 geriet Worpswede unter schwedische Herrschaft

  • 1648 Worpswede wird an Friedrich von Hessen-Eschwege abgetreten.

  • 1889 Gründung der Künstlerkolonie Worpswede.

  • Am 1. März 1974 wurden sieben ehemals selbstständigen Gemeinden eingemeindet.



Künstlerkolonie


Die Künstlerkolonie Worpswede ist Lebens- und Arbeitsgemeinschaft verschiedener Künstler und wurde 1889 von Fritz Mackensen, Hans am Ende und Otto Modersohn gegründet. Worpswede wurde so zur Heimat vieler Künstler des deutschen Impressionismus und Expressionismus. 1893 folgte Fritz Overbeck den anderen Künstlern in die Künstlerkolonie genauso wie 1894 Heinrich Vogler und Carl Vinnen aus Beverstedt. Sogar Paula Becker trat 1898 der Gruppe bei. Der Barkenhoff, den Heinrich Vogler 1895 erwarb, wurde zum Mittelpunkt der Worpsweder Künstlerbewegung.


Sehenswürdigkeiten


Eine von vielen schönen Sehenswürdigkeiten ist der Niedersachsenstein.

Der Niedersachsenstein ist ein 18 Meter hohes Monument aus Ziegelsteinen in Form eines Adlers, der an die gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg erinnern soll. Der am Weyerberg gelegene Niedersachsenstein wurde 1922 nach dem Entwurf des Architekten Bernhard Hoetger aus Bremen gestaltet.


Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Barkenhoff

Der Barkenhoff, auch „Birkenhof“ genannt, war eigentlich ein alter Bauernhof, der aber 1895 vom Künstler Heinrich Vogeler gekauft wurde. Der alte Bauernhof wurde in wenigen Jahren zu einem beachtlichen Gebäude im Jugendstil umgebaut. Somit wurde der Barkenhoff zum Mittelpunkt der Künstlerbewegung. Nach dem Ersten Weltkrieg diente der Barkenhoff als Kommune und Arbeitsschule, es wurde aber später auch als Kinderheim von der Roten Hilfe genutzt. Der Marxist Julian Marchlewski (der Gründer der Roten Hilfe) überredete Vogeler, den Barkenhoff der Roten Hilfe zu überlassen. So wurde die Rote Hilfe 1923 nur ein passives, aber ein förderndes Mitglied der Arbeitschule Barkenhoff e.V. Ab 1932 diente der Barkenhoff als Kinderheim, nachdem die Arbeitschule aufgelöst worden war. In den folgenden Jahren verfiel der Hof und wurde an die Öffentlichkeit übergeben. Heute dient der restaurierte Hof als Museum sowie als Werkstatt und Atelier. 2003/2004 wurde der Barkenhoff grundlegend renoviert.


Das Haus im Schluh ist auch eine schöne Sehenswürdigkeit.

Das Haus im Schluh besteht aus dem Wohnhaus, einem kleinen Haus und der Handweberei. Ursprünglich war es eine Moorkate im Moordorf Lüningsee. 1920 wurde das Fachwerkhaus von Martha Vogeler in den Schluh versetzt und mit finanzieller Hilfe Heinrich Vogelers umgebaut, so entstand auch der Name „Haus im Schluh“, was so viel bedeutet wie Haus im Sumpf.

Das kleine Haus dient heute als Gastpension, das Wohnhaus und die Weberei beinhalten Möbel, Gemälde, Radierungen, Porzellan und Hausrat aus dem Barkenhoff, das alles ist der Hauptbestandteil der Heinrich-Vogeler-Sammlung.


Den Bonzen des Humors sollte man auch gesehen haben.

Der Bonze des Humors ist eine lachende Buddha-Statue. Die Statue findet man auf dem Gelände der Parkplätze des „Cafés Verrückt“. Bernhard Hoetger entwarf die lachende Buddha-Statue wie viele andere Objekte.


Das Café Worpswede ist weltbekannt und wird auch „Café Verrückt“ genannt.

Das Café Worpswede steht am Fuße des Weyerbergs. Es ist ein Teil eines Backstein- Ensembles, dazu gehört auch die große Kunstschau. Seit 1925 dient es als Café und Restaurant. Bis 1970 war dem Café noch ein Hotel angegliedert. Vom Volk wird das Café Worpswede „Café Verrückt“ genannt, da der Architekt, Baumeister und Künstler Bernhard Hoetger für den Bau keine Bauzeichnung hatte und es ohne rechten Winkel errichten ließ. So sagte das Volk immer, wenn sie Hoetger beim Bau sahen, „de is verrückt, de Kerl“. So entstand der Name des Cafés.


Das Kaufhaus Stolte ist das älteste Geschäft im Dorf.

Das Kaufhaus Stolte blickt schon auf eine 200-jährige Tradition zurück. Man findet das Kaufhaus in der Findorffstraße. Mimi Stolte wird es gedankt, dass Worpswede vom unbedeuteten Moordorf zum weltbekannten Künstlerdorf aufstieg.


Die Käseglocke, eine der vielen schönen Sehenswürdigkeiten.

Der Schriftsteller Edwin Koenemann erbaute 1926 den kugelförmigen Bau auf dem Weyerberg. Die Käseglocke besteht keineswegs aus Käse, sondern aus Holz. Sie bekam den Namen durch die ungewöhnliche Form des Hauses. Heute steht es unter Denkmalschutz, und wurde in den letzten Jahren komplett renoviert.


Der Bahnhof Worpswede ist eine sehr besuchte und genutzte Sehenswürdigkeit.

Das von Heinrich Vogeler 1910 entworfene und gebaute Bahnhofgebäude steht an der Eisenbahnstrecke Bremervörde-Osterholz-Scharmbeck (Moorexpress). Vogeler baute es im Jugendstil, aber er entwarf nicht nur den Bau, sondern auch die komplette Inneneinrichtung, wie z.B. Möbel, Kunstwerke und Malereien. 1978 wurde der Bahnhof renoviert und in seinen Ursprungszustand zurückversetzt. Heute gibt es sogar ein Restaurant im Bahnhof.


Der Weyerberg das größte Markenzeichen aus Worpswede.

Der Weyerberg ist eine 51 m hohe Geestinsel aus Sand. Er entstand wahrscheinlich am Ende der Eiszeit. Als abfließendes Schmelzwasser den Tonkern erlangte, lagerte sich der Sand ab. Auf dem Berg wurden jungsteinzeitliche Spuren gefunden. Die Steinwerkzeuge und Schmuckstücke sind geschätzt auf 1100 v. Chr. und die Urnengräber auf 500 v. Chr.

Heute ist der Weyerberg ein bewaldeter Hügel.



Interview mit Stefan Schwenke, Bürgermeister von Worpswede


2001 wurde Stefan Schwenke zum Bürgermeister von Worpswede gewählt, und 2006 wurde er mit 73,6% der Stimmen wieder gewählt. Die nächsten wichtigen Wahlen finden im Jahre 2014 statt, wo er hoffentlich – so finden wir - wieder gewählt wird.

Seit Herr Schwenke im Amt ist, hat sich schon eine Menge geändert; die Verwaltung wurde modernisiert, und es gibt eine bessere Internetdarstellung.

Es wurden viele AGENDA- Gruppen ins Leben gerufen, wie z.B. die AGENDA- Gruppe für den Kinderspielplatz in der Bergstraße, dieser wird neu gestaltet und unterstützt. In Hüttenbusch gibt es die AGENDA- Gruppe für Kunst und Kultur.


Als wir Herrn Schwenke fragten, wie er sich Worpswede in zehn Jahren vorstelle, musste er nicht lange überlegen. Er sagte, dass er eine blühende Gemeinde sieht mit netten Menschen und vielen Touristen, die vom schönen Worpswede begeistert sind.

Und zu Thema Touristen kommen wir jetzt. Den Touristen empfiehlt Herr Schwenke eine schöne Fahrradtour durch die Gemeinde Worpswede, denn mit den Fahrrad kann man auch die anderen kleinen, schönen Dörfer erreichen, wie zum Beispiel Hüttenbusch oder Waakhausen.

Der letzte große Touristenmagnet war die Ausstellung zu der verstorbenen Malerin Paula Modersohn-Becker, die vom 1.7.2007 bis 24.2.2008 stattfand. In dieser Zeit gab es knapp 55.000 Übernachtungen und 350.000 Tagesgäste, die sich in den Hotels, Pensionen oder Ferienhäusern einquartierten.


Ein weiterer Aspekt, der Worpswede hervorhebt, ist dass Worpswede staatlich anerkannter Erholungsort ist. Diesen Titel hat Worpswede vor einigen Jahren erworben. Allerdings muss man diesen Titel wieder neu beantragen und dazu gewisse Kriterien erfüllen.