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Drei
ausgewählte Erzählungen aus dem Erzählband
„Geschichten aus dem Teufelsmoor“
"Die
Schinkenwette"
Carl
Emil Uphoff erzählt von einer Wette, die Jan van Moor mit dem
Wirt des Gasthofs "Zur Stadt London" abgeschlossen und
durch eine List gewonnen hat. In dem Gasthof hatte der Wirt nach
einer Beerdigung Jan van Moor und dessen Nachbarn einen
wohlschmeckenden Westfälischen Schinken zum Bier gereicht. Auf
die Nachfrage, wo er diesen vorzüglichen Schinken denn erstanden
habe, gibt der Wirt an, dass er diesen in Bremen auf dem Markt
erworben habe. Leider sei dafür aber viel Zoll zu zahlen. In
bierseliger Stimmung verspricht er demjenigen eine Belohnung, der es
schafft, einen dreißig Pfund schweren Schinken an den Zöllnern
vorbei über die Grenze zu schmuggeln.
Für
Jan van Moor ist dies kein Problem. In seiner Bierlaune lässt er
wissen, dass es ihm sogar gelingen werde, zwei Schinken an den
Zöllnern vorbei über die Grenze zu bringen. So wettet er
mit dem Wirt, wenn er dies schafft, er alle Getränke auf Kosten
des Hauses konsumieren könne. Wenn er dies allerdings nicht
schafft, dürften beim nächsten Besuch alle Getränke
auf seine Rechnung gingen. Als Zeuge solle sein Freund Dirk Dubbels
mitkommen.
Kurz darauf begeben sich Jan und
Dirk auf den Markt in Bremen, kaufen zwei Westfälische Schinken
und verstauen diese unter der Sitzbank des ansonsten leeren Wagens.
Während sich Dirk angesichts des näher kommenden Zollhauses
Gedanken über die zu erwartende Strafe macht, wenn sie erwischt
werden, fährt Jan unbeeindruckt auf die Grenze zu.
Dem sie kontrollierenden Zöllner
erklärt Jan lachend, dass in Bremen alles so teuer sei und sie
nichts hätten, was zu verzollen sei, mit Ausnahme der beiden
Schinken, auf denen sie säßen, wobei er hinter sich, halb
auf seinen Po, halb auf die Sitzbank weist und lacht. Der Zöllner
versteht die doppelsinnige Äußerung, wie er sie verstehen
soll, und glaubt, Jan spreche von ihren Allerwertesten und lässt
sie passieren, ohne dass sie Zoll entrichten müssen.
Die Geschichte spielt in der
Zeit vor 1888, als Bremen zwar zum Deutschen Reich, aber wegen seines
Freihafens noch nicht zum Deutschen Zollverein gehörte. Deshalb
war es gegenüber dem hannoverschen bzw. preußischen und
oldenburgischen Umland von Zollgrenzen umgeben.
„Das
gebrochene Bein“
In der Geschichte „Das
gebrochene Bein“ geht es darum, dass beim Gastwirt hinterm Berg
durch eine Rangelei ein Tischbein kaputt geht. Die Besucher der
Gaststätte erlauben sich einen Streich und statt einem Tischler
die Sache zu überlassen, rufen sie einen Arzt, der, nachdem er
gemerkt hat, dass er reingelegt wurde, sich an den Besuchern rächt.
An einem Abend beim Gastwirt
hinterm Berg halten sich Jan van Moor und noch ein paar andere Gäste
in der Gaststätte auf. Sie sitzen nett beieinander und trinken
ein wenig. Als es dann Mitternacht wird, gibt es einen Geburtstag zu
feiern, die Stimmung wird besser, und ein paar Runden werden
ausgegeben. Wegen einer Kleinigkeit gibt es eine Rauferei zwischen
Jan van Moor und einem anderen Gast, da beide nicht mehr ganz
nüchtern sind. Bei dieser Auseinandersetzung wird ein Tischbein
abgebrochen. Der Wirt beendet den Kampf und ist zwar nicht sauer über
das abgebrochene Tischbein, doch er will es repariert haben. Erst
wollen sie es zum Tischler bringen, doch Jan van Moor hat eine
bessere Idee. Er ruft den Arzt an und sagte ihm, dass sich hier
jemand ein Bein gebrochen habe. Dieser kommt dann auch nach einer
halben Stunde und will den Verletzen sehen. Er fragt Jan, wo denn der
Verletzte sei, und da er ihm sagt, dass es keinen Verletzten gebe,
fragt der Arzt, ob es dann wohl eine Sie sei, die sich das Bein
gebrochen habe. Als Jan dies auch verneinte und der Arzt in die
grinsenden Gesichter der anderen Gäste sieht, zeigt Jan ihm den
Tisch mit dem abgebrochenen Bein. Der Arzt, erst sauer, dass er hier
so zum Narren gehalten wird, beruhigt sich schnell wieder und will es
Jan durch eine hohe Arztgebühr heimzahlen. Er gipst das
Tischbein wieder an und verlässt nach einem kurzen Drink die
Gaststätte wieder. Nach ein paar Tagen bekommt dann Jan einen
Brief vom Arzt und staunt nicht schlecht, als es eine Rechnung von
100 Groschen ist, die er zu begleichen hat. Nach langem Überlegen,
wie er den Arzt umstimmen kann, damit er die Rechnung doch nicht
zahlen muss, fällt ihm etwas ein. Der Arzt hat einmal erwähnt,
dass er so gerne Wurst isst. So kauft er zwei Würste und geht
damit zu ihm. Sie sprechen miteinander und der Arzt lässt sich
durch Jan und die beiden Würste dann überreden, die
Rechnung fallen zu lassen.
„Das
Torfwunder“
Jeden
Tag betet Fidi Mahnken zu seinem Gott „Mien leewen Herrgott“.
Das macht er jeden Morgen, Mittag und Abend. Darum nennen ihn auch
alle „Pastor“ Mahnken, denn eigentlich heißt der
kleine Mann ja „Fidi“ mit Vornamen. Pastor Mahnken hat
keinen richtigen Beruf, er hält sich mit Torfstechen über
Wasser und kommt damit auch ziemlich gut zurecht. Eines Monats aber
hat zu viel des Guten verheizt und muss sich warm halten, indem er
arbeitet. Dann bittet er seine Frau die Trine, mit ihm gemeinsam zum
leewen Herrgott zu beten, er solle doch neuen Torf vorbeischicken, da
es so kalt sei.
Eines Morgens steht vor der Haustür der
Mahnkens wirklich ein Wagen voller Stücktorf.
Unser
Urteil
Wir halten Uphoff für einen
zurückgezogenen Menschen, der lange Zeit sehr isoliert für
die Kunst gelebt hat. Ein Großteil seiner Texte, die wir
gelesen haben, gefällt uns sehr gut, da sie humorvoll
geschrieben sind. Auch die meisten seiner Bilder, die wir gesehen
haben, finden wir gut, sind allerdings der Meinung, dass sich einige
ziemlich ähneln. Weniger gefällt uns, das manche seiner
Werke, auf den Nationalsozialismus anspielen, wie wir vermuten, oder
ihn offen befürworten. Generell gefällt uns seine
Einstellung zur Politik nicht, da er so zu sagen ein „politischer
Wetterhahn“ war und seine Fahne meist nach dem Wind richtete
(z. B war 1919 sehr weit links eingestellt, 1933 Nazi). Wenn er
überhaupt eine eigenständige politische Meinung hatte, dann
hat er sie entweder sehr extrem und häufig geändert oder
sie einfach nicht zum Ausdruck gebracht.
Quellen:
Internet:
- www.uphoff-gaerten.de
- www.obc-verlag.de
Literatur:
Krogmann, Schriftsteller
Schröder
Uphoff, Geschichten aus dem
Teufelsmoor
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