Carl Emil Uphoff


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Biografie

Carl Emil Uphoff wurde am 17. März 1985 in Witten geboren. Über seine Kindheit ist wenig bekannt. Er machte eine Kaufmannslehre in Hannover und begann mit dem Schreiben von Gedichten. Im Laufe seiner kaufmännischen Berufstätigkeit interessierte er sich immer mehr für die Kunst und begann mit dem Malen. Er gab seinen Beruf, auf um sich auf die Malerei zu konzentrieren und nahm einen Aushilfsjob im Folkwang-Museum an. Später, nach einem Aufenthalt in Paris, schrieb Carl Emil Uphoff sein erstes Bühnenstück, das jedoch schon nach der Premiere wieder abgesetzt wurde.

1910 kam Uphoff erstmals auf Einladung Heinrich Vogelers nach Worpswede. Schon ein Jahr später zog der Maler, Grafiker, Bildhauer und Schriftsteller nach Worpswede an den Weyerberg. Er wurde zu der zweiten Künstlergeneration der Worpsweder Maler gezählt und fand eine Wohnung auf dem Brünjeshof, auf dem früher auch Paula Modersohn-Becker gearbeitet hatte, und lebte dort sehr zurückgezogen. Als er 1913 heiratete, kaufte seine neu gewonnene Schwiegermutter seiner Frau und ihm den Brünjeshof. Erst dann und dank seiner Frau löste er sich aus seinem zurückgezogenen Leben und engagierte sich, indem er zum Beispiel seinen Hof zum Treffpunkt für Musiker werden ließ oder eines seiner Dramen im Gartentheater Heinrich Vogelers vorstellte. Einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg konzentrierte sich Uphoff intensiv auf die Bildhauerei. Bald darauf heiratete er wieder, da seine erste Frau früh verstarb, und schon bald hatte das Ehepaar fünf Kinder. Uphoff ernährte die Familie allein und nur durch seine Kunst. Mit Bruder Fritz Uphoff, der als Grafiker und Maler tätig war und Ludwig Tügel, der Schriftsteller war, gründete er 1920 die „Werkgemeinschaft Worpswede“. In demselben Jahr begann Uphoff wieder mit dem Schreiben von Gedichten, Aufsätzen, Romanen und auch Monographien.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges brannte der Brünjeshof ab. Nach einigen Jahren wurde er wieder aufgebaut, und seitdem lebte Uphoff bis zu seinem Tod am 21. September 1971 wieder sehr zurückgezogen, da er mit seinem Leben nicht besonders zufrieden war.

Uphoff, der politische Wetterhahn

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kämpfte Carl Emil Uphoff mit dem Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler für den Kommunismus. Er änderte aber schließlich seine politische Meinung, da er mit der Bewegung des Kommunismus nicht zufrieden war, dem er Machtstreben vorwarf.

Er wechselte später seine politische Richtung komplett und wurde nach 1933 ein Nationalsozialist. Er war von 1937 bis 1945 Mitglied der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP), Mitglied der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und gehörte noch anderen nationalsozialistischen Vereinigungen an.

Auch künstlerisch wurde er von seiner nationalsozialistischen Meinung geprägt. Er veröffentlichte Gedichte, die das Wachsen des Volkes und den “Führer“ verherrlichten. Außerdem heißt es, dass er in seiner Parteiuniform durch den Ort gegangen sein soll, um bei anderen Worpsweder Künstlern nach Werken zu suchen, die nach Auffassung Nazis als „entartet“ galten und verboten werden sollten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Uphoff verhaftet, und 1946 musste er für den Entnazifizierungsausschuss einen politischen Lebenslauf schreiben. Darin verschwieg er entweder seine nationalsozialistische Haltung oder er definierte sie neu. Im Jahre 1949 wurde er dann vom Entnazifizierungsausschuss als Mitläufer eingestuft und konnte wieder nach Worpswede zurückkehren.



Karteikarte aus dem „Alten Katalog“ der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen: Im Zuge der Entnazifizierung sperrte die ehemalige Staatsbibliothek Bremen die Ausleihe von Uphoffs Roman
„Der ewige Jan“.



Werke


•        Paula Modersohn-Becker. Leipzig 1919

•        Bernhard Hoetger. Leipzig 1919

•        Christian Rolfs. Leipzig 1923.

•        Anfang eines Lebens. Autobiografischer Roman. Berlin 1930

•        Der ewige Jan. Roman. Berlin/Hamburg/Braunschweig 1937

•        Ein junger Deutscher kämpft um Gott. Gedichte, geschrieben 1912. Berlin 1937

•        Fröhliches Moorvolk. Heitere Geschichte aus dem Teufelsmoor. Berlin 1942

•        Ruf zur Entscheidung. Gedichte, geschrieben 1937. Reichenau/Sa. [um 1943]

•        Die Uphoffs. Worpswede 1910–1971. Zeichnungen und Graphik. Mit Fritz Uphoff            und Lore Uphoff. Bremen [1975]

•        Lustige Vertellseln ut’n Düvelsmoor. Fischerhude 1981 (Neuauflage des
         Erzählbandes „Fröhliches Moorvolk“)

•        Geschichten aus dem Teufelsmoor. Fischerhude 1984


(Anmerkung: Bei den ersten drei Bänden handelt es sich wohl um bebilderte Künstlerbiografien.)

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Ein Stilleben von Carl-Emil Uphoff


Drei ausgewählte Erzählungen aus dem Erzählband „Geschichten aus dem Teufelsmoor“

"Die Schinkenwette"

Carl Emil Uphoff erzählt von einer Wette, die Jan van Moor mit dem Wirt des Gasthofs "Zur Stadt London" abgeschlossen und durch eine List gewonnen hat. In dem Gasthof hatte der Wirt nach einer Beerdigung Jan van Moor und dessen Nachbarn einen wohlschmeckenden Westfälischen Schinken zum Bier gereicht. Auf die Nachfrage, wo er diesen vorzüglichen Schinken denn erstanden habe, gibt der Wirt an, dass er diesen in Bremen auf dem Markt erworben habe. Leider sei dafür aber viel Zoll zu zahlen. In bierseliger Stimmung verspricht er demjenigen eine Belohnung, der es schafft, einen dreißig Pfund schweren Schinken an den Zöllnern vorbei über die Grenze zu schmuggeln.                                                                Für Jan van Moor ist dies kein Problem. In seiner Bierlaune lässt er wissen, dass es ihm sogar gelingen werde, zwei Schinken an den Zöllnern vorbei über die Grenze zu bringen. So wettet er mit dem Wirt, wenn er dies schafft, er alle Getränke auf Kosten des Hauses konsumieren könne. Wenn er dies allerdings nicht schafft, dürften beim nächsten Besuch alle Getränke auf seine Rechnung gingen. Als Zeuge solle sein Freund Dirk Dubbels mitkommen.              

Kurz darauf begeben sich Jan und Dirk auf den Markt in Bremen, kaufen zwei Westfälische Schinken und verstauen diese unter der Sitzbank des ansonsten leeren Wagens. Während sich Dirk angesichts des näher kommenden Zollhauses Gedanken über die zu erwartende Strafe macht, wenn sie erwischt werden, fährt Jan unbeeindruckt auf die Grenze zu.  

Dem sie kontrollierenden Zöllner erklärt Jan lachend, dass in Bremen alles so teuer sei und sie nichts hätten, was zu verzollen sei, mit Ausnahme der beiden Schinken, auf denen sie säßen, wobei er hinter sich, halb auf seinen Po, halb auf die Sitzbank weist und lacht. Der Zöllner versteht die doppelsinnige Äußerung, wie er sie verstehen soll, und glaubt, Jan spreche von ihren Allerwertesten und lässt sie passieren, ohne dass sie Zoll entrichten müssen.

Die Geschichte spielt in der Zeit vor 1888, als Bremen zwar zum Deutschen Reich, aber wegen seines Freihafens noch nicht zum Deutschen Zollverein gehörte. Deshalb war es gegenüber dem hannoverschen bzw. preußischen und oldenburgischen Umland von Zollgrenzen umgeben.

Das gebrochene Bein“

In der Geschichte „Das gebrochene Bein“ geht es darum, dass beim Gastwirt hinterm Berg durch eine Rangelei ein Tischbein kaputt geht. Die Besucher der Gaststätte erlauben sich einen Streich und statt einem Tischler die Sache zu überlassen, rufen sie einen Arzt, der, nachdem er gemerkt hat, dass er reingelegt wurde, sich an den Besuchern rächt.

An einem Abend beim Gastwirt hinterm Berg halten sich Jan van Moor und noch ein paar andere Gäste in der Gaststätte auf. Sie sitzen nett beieinander und trinken ein wenig. Als es dann Mitternacht wird, gibt es einen Geburtstag zu feiern, die Stimmung wird besser, und ein paar Runden werden ausgegeben. Wegen einer Kleinigkeit gibt es eine Rauferei zwischen Jan van Moor und einem anderen Gast, da beide nicht mehr ganz nüchtern sind. Bei dieser Auseinandersetzung wird ein Tischbein abgebrochen. Der Wirt beendet den Kampf und ist zwar nicht sauer über das abgebrochene Tischbein, doch er will es repariert haben. Erst wollen sie es zum Tischler bringen, doch Jan van Moor hat eine bessere Idee. Er ruft den Arzt an und sagte ihm, dass sich hier jemand ein Bein gebrochen habe. Dieser kommt dann auch nach einer halben Stunde und will den Verletzen sehen. Er fragt Jan, wo denn der Verletzte sei, und da er ihm sagt, dass es keinen Verletzten gebe, fragt der Arzt, ob es dann wohl eine Sie sei, die sich das Bein gebrochen habe. Als Jan dies auch verneinte und der Arzt in die grinsenden Gesichter der anderen Gäste sieht, zeigt Jan ihm den Tisch mit dem abgebrochenen Bein. Der Arzt, erst sauer, dass er hier so zum Narren gehalten wird, beruhigt sich schnell wieder und will es Jan durch eine hohe Arztgebühr heimzahlen. Er gipst das Tischbein wieder an und verlässt nach einem kurzen Drink die Gaststätte wieder. Nach ein paar Tagen bekommt dann Jan einen Brief vom Arzt und staunt nicht schlecht, als es eine Rechnung von 100 Groschen ist, die er zu begleichen hat. Nach langem Überlegen, wie er den Arzt umstimmen kann, damit er die Rechnung doch nicht zahlen muss, fällt ihm etwas ein. Der Arzt hat einmal erwähnt, dass er so gerne Wurst isst. So kauft er zwei Würste und geht damit zu ihm. Sie sprechen miteinander und der Arzt lässt sich durch Jan und die beiden Würste dann überreden, die Rechnung fallen zu lassen.


Das Torfwunder“

Jeden Tag betet Fidi Mahnken zu seinem Gott „Mien leewen Herrgott“. Das macht er jeden Morgen, Mittag und Abend. Darum nennen ihn auch alle „Pastor“ Mahnken, denn eigentlich heißt der kleine Mann ja „Fidi“ mit Vornamen. Pastor Mahnken hat keinen richtigen Beruf, er hält sich mit Torfstechen über Wasser und kommt damit auch ziemlich gut zurecht. Eines Monats aber hat zu viel des Guten verheizt und muss sich warm halten, indem er arbeitet. Dann bittet er seine Frau die Trine, mit ihm gemeinsam zum leewen Herrgott zu beten, er solle doch neuen Torf vorbeischicken, da es so kalt sei.

Eines Morgens steht vor der Haustür der Mahnkens wirklich ein Wagen voller Stücktorf.



Unser Urteil


Wir halten Uphoff für einen zurückgezogenen Menschen, der lange Zeit sehr isoliert für die Kunst gelebt hat. Ein Großteil seiner Texte, die wir gelesen haben, gefällt uns sehr gut, da sie humorvoll geschrieben sind. Auch die meisten seiner Bilder, die wir gesehen haben, finden wir gut, sind allerdings der Meinung, dass sich einige ziemlich ähneln. Weniger gefällt uns, das manche seiner Werke, auf den Nationalsozialismus anspielen, wie wir vermuten, oder ihn offen befürworten. Generell gefällt uns seine Einstellung zur Politik nicht, da er so zu sagen ein „politischer Wetterhahn“ war und seine Fahne meist nach dem Wind richtete (z. B war 1919 sehr weit links eingestellt, 1933 Nazi). Wenn er überhaupt eine eigenständige politische Meinung hatte, dann hat er sie entweder sehr extrem und häufig geändert oder sie einfach nicht zum Ausdruck gebracht.


Quellen:

Internet:

- www.uphoff-gaerten.de

- www.obc-verlag.de



Literatur:

Krogmann, Schriftsteller

Schröder

Uphoff, Geschichten aus dem Teufelsmoor