Die Republik vor Gericht 1954-1974



Heinrich Hannover war ein unbequemer Anwalt, der häufig systemkritische Mensch vor Gericht vertrat. Seine Fälle zeigten, dass mit dem deutschen Rechtsstaat mitnichten alles zum Besten bestellt war, z.B. wurden falsche Urteile gefällt und somit ungerechte Strafen verteilt. Seine Plädoyers legten immer wieder den Finger in die Wunde der deutschen Justiz.

Heinrich Hannover war an Verfahren beteiligt, die mit der Geschichte der Opposition und des Widerstands gegen Restauration, Remilitarisierung, Atomwaffen und Notstandsgesetzte zu tun hatten. So sammelte er zahlreiche Akten von diesen Fällen und bewahrte sie auf dem Dachboden als „interessante Fälle“ auf. Die ältesten Akten reichten bis in das Jahr 1954. Er dachte, dass sich vielleicht irgendwann Historiker oder Doktoranden dafür interessieren könnten. Dies war lange Zeit nicht der Fall und so überlegte er die Akten zu vernichten. Ein Freund hielt ihn jedoch davon ab und schlug vor, in seinen Seminaren Studenten und Studentinnen über diese Fälle zu berichten. Was er auch tat und schnell bemerkte, dass er seine Darstellung auch für Nichtjuristen verständlich machen musste, da viele seiner Zuhörer nicht das Hintergrundwissen der früheren Prozesse besaßen.

Er entdecke zusätzlich, dass er mithilfe seiner Erinnerung von den Prozessen und deren Tonbandaufnahmen von Plädoyers und Hauptverhandlungen, den Zuhörern mehr bieten konnte, als ein einfaches Durcharbeiten seiner Akten.
So entstand die Idee, ein Buch über seine interessantesten Fälle zu schreiben. Er schrieb drei Kapitel. Bevor er diese jedoch veröffentlichte, veranstaltete er drei Lesekreise, bei denen er sich mit Freunden traf, die mit ihm über sein Buch sprachen. Hierdurch entstanden Verbesserungsvorschläge und auch viele Diskussionen über den Namen des Buches. Nach dem dritten Lesekreis veröffentlichte der Aufbau-Verlag schließlich dieses Buch.

Heinrich Hannover hofft, dass das Buch „Republik vor Gericht“, den Lesern und Leserinnen einen kritischen Blick auf die deutsche Gerichtsbarkeit, insbesondere auf die Strafjustiz eröffnet. Folgende Prozesse werden beleuchtet:


Heinrich Hannover: Die Republik vor Gericht 1954-1974. Erinnerungen eines unbequemen Rechtsanwalt.