Worpsweder Einflüsse  

 

Der Barkenhoff

Heinrich Vogeler

 

Über ihren Bezug zu Worpswede sind zwar nur wenige Einzelheiten bekannt, doch hat Tami das Künstlerdorf als ihre „geistige Heimat“ bezeichnet. Schon als Mädchen fühlte sie sich nach Worpswede hingezogen. Vor allem seitdem sie als Lehrerin in Grohn unterrichtete und an der Mündung der Lesum wohnte, schipperte sie oft mit dem Kahn Hamme aufwärts nach Worpswede.

Seitdem hielt sich Tami häufig auf dem Barkenhoff auf, wo sie sich an den dort geführten Diskussionen beteiligte. Heinrich Vogeler war für sie, so bekannte sie in „Die Penaten“, „durch all die Jahre der nächste Mensch“. Das schloss Konflikte nicht aus. So wollte Vogeler 1919 für die Kinder auf dem Barkenhoff eine Fibel schreiben, was Tami heftig kritisierte. Die Kinder sollten, so forderte sie, ihre Fibel selber schreiben, ein Prinzip, das sie später in ihrer eigenen Schule umsetzte.

Tami liebte nicht nur den Barkenhoff mit den Bewohnern und seiner schönen Landschaft – die Flüsse der Umgebung hatten es ihr angetan. Sie fühlte sich dort sehr wohl und auf ihre träumerischen Art empfand sie sich in manchen Momenten als „Königin der Welt“.

Auch nachdem Tami ihre norddeutsche Heimat 1919 verlassen hatte, blieb sie Worpswede und dem Barkenhoff verbunden. Gemeinsam mit prominenten Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern wie Thomas Mann, Käthe Kollwitz und Albert Einstein protestierte sie gegen 1927 gegen den Versuch des Osterholzer Landrats, von Vogeler gemalte revolutionäre Wandbilder aus dem Barkenhoff entfernen zu lassen. Das Anwesen diente mittlerweile als Kinderheim der Roten Hilfe.