Kurzbiografie von Alexander Sutherland Neill

 

Neil Grundsätze

Summerhill und andere demokratische Schulen

 

1883-1899: Kindheit und Jugendzeit in Schottland

1899-1908: Lehrjahre in Schottland

1908-1912: Universitätsstudium in Edinburgh

1912-1914: Journalist in London

1914-1917: Schulleiter in Gretna Green, Schottland

1917-1918: Wehrdienstzeit und Ausbildung zum Offizier

1918-1920: Zeit zur Inspiration und Suche nach Neuem

1921-1924: Gründung der internationalen Schule in Hellerau

1924-1925: Rückkehr nach England und Gründung von Summerhill

1925-1973: Leitung der Schule Summerhill bis zum Tode

 

Neill ist am 17. Oktober 1883 in Schottland geboren und wurde als hervorragender Reformpädagoge eingestuft. (Er konnte aber genauso gut als psychoanalytischer Pädagoge eingestuft werden, da er seine pädagogischen Ideen stets immer mit Psychoanalyse durchgeführt hat.) Er war ein Vertreter der antiautoritären Erziehung.

1914 machte er sich das erste Mal seine eigenen Gedanken zur Erziehungsfrage. Er lehnte den Lernzwang und das strafende System ab und war für spielerisches Lernen.

1921 kam er nach Dresden-Hellerau und gründete dort mit Christine Bear und Lilian Neustätter die „Internationale Schule". 1923 lernte er Tami Oelfken kennen. Die Schule wurde wegen politischer Unruhen in Sachsen aufgelöst.

Ende 1924 gründete er eine Schule auf dem Summerhill in England. (Die dort geltenden Grundsätze findet ihr, wenn ihr auf die Schaltfläche klickt.) Für die Gründung der Schule kauften sie in Lyme Regis in der Grafschaft Dorset. Als auch diese Schule aufgelöst wurde, kaufte er sich eine verlassenes Mädchenpensionat an der englischen Ostküste, welches den Namen Summerhill übernahm. Summerhill war eine antiautoritäre Schule, die sich auf den Spaß und die Motivation beim Lernen spezialisiert hat.

Summerhill entstand durch die Kritik von Neill an der Erziehung im Elternhaus, der Schule, dem Schulsystem und der Erziehungsgedankenaufnahme von Lehrern und Außenstehenden.

Wäre 1914 nicht der Erste Weltkrieg ausgebrochen, so wäre A. Neill wahrscheinlich Journalist in London geblieben. Jedoch gab es für ihn zwei Umstände, die ihn zurück in die Schule trieben. Der erste Grund war, dass er durch den Ersten Weltkrieg bei der Zeitschrift „Piccadilly Magazin" arbeitslos wurde: Zum Zweiten hielt ihn eine gefährliche Krankheit im Bett, sodass er nicht mit in den Krieg einziehen musste.

Beide Umstände veranlassten ihn London zu verlassen und wieder in seinen erlernten Beruf als Lehrer in der Schule einzusteigen. So kam er als stellvertretender Schulleiter nach Gretna Green, weil der bisherige Schulleiter mit an die Front musste. In diesem kleinen Ort empfand er dann einen großen Mangel an Inspiration und traf die Entscheidung sich künftig nur noch mit der Erziehung zu beschäftigen.

Obwohl er kein Soldat werden wollte, ging er 1917-1918 zum Militärdienst. Während dieser Zeit wurde er mit dem Gedankengut Freuds bekannt. Er erkannte nun, dass die moralischen Normen in seiner Kindheit sein bisheriges Leben ruiniert haben, er erkannte nun auch Wege für eine neue Erziehung. Er suchte die Nähe zu bekannten Erziehungspionieren seiner Zeit.

Nach seiner Genesungszeit ging er zur King-Alfred School nach Hampstead, weil die Schule zu seiner Zeit als fortgeschrittene Reformschule galt. An dieser Schule erlebte er jedoch eine große Enttäuschung. Die angebliche Freiheit war vorgegaukelt und unecht. Der Schulleiter entpuppte sich nicht als Erziehungspionier, sondern als Moralist. Für seine Erziehungstheorien und Veränderungen war kein Platz. Seine Kritik brachte ihm seine Entlassung.

Neben dem Studieren der Schriften Freuds wird das Werk von Momer Lane seine künftige persönliche Einflussquelle.

Durch sein erstes veröffentlichtes Buch hat Neill auf sich aufmerksam gemacht und bekam viele Einladungen von verschiedenen Reformpädagogen. Eine seiner Stationen war Hellerau, ein Vorort von Dresden, wo Neill zusammen mit Freunden aus aller Welt die internationale Schule Dresden-Hellerau nach den Grundsätzen des Reformpädagogen Dalcroze neu begründete. Dort lernte er dann Tami Oelfken kennen.