Genoveva

 

Inhalt

In der Erzählung „Genoveva" geht es um die 9-jährige Tine, ihre Geschwister Else und Grete, ihre Mutter und das Kindermädchen Athilde. Es ist kurz vor Weihnachten und wie jedes Jahr gehen die drei „ticken".

Das heißt nach dem Alter geordnet, erst von Grete, dann von Tine und dann von Else werden in jedem Schaufenster Dinge ausgesucht und „getickt". Was einmal „getickt" ist, darf nicht noch mal „getickt" werden. Als die drei losgehen, um Geschenke zu ticken, sieht Tine in dem Schaufenster von Mairose das Buch „Genoveva". Diese Buch klingt für sie so spannend, dass sie es tickt. Jeden Tag schleppt sie Fräulein Athilde an dem Schaufenster von Mairose vorbei um zu sehen, ob die getickten Dinge auch noch da sind. Da sie selten das Gewünschte zu Weihnachten bekommen, ist Tine umso glücklicher, als das Buch auf ihrem Geschenktisch liegt. Je öfter sie es liest, desto mehr schlüpft sie in die Rollen der einzelnen Personen. Einmal ist sie Genoveva, einmal ist sie ein Kreuzritter und mal der böse Ritter Golo. Als es ihrer Mutter nach einiger Zeit zu extrem wird, nimmt sie Tine das Buch weg. Nach zwei Jahren findet sie das Buch wieder und kann damit nichts mehr anfangen.

 

 

Leseprobe

„Und dann verschlang sie mit Herzklopfen dies erste Buch. Kaum hatte sie die letzte Seite fertig begriffen, da fing sie auch schon mit der ersten wieder an. Tine las in der Stiegennische im kalten Treppenhaus, sie las neben Schularbeiten, sie las, wenn sie oben aus dem Kinderzimmer hinausgeworfen war unten bei Katrin in der Küche. Sie war nicht mehr auf dieser Welt.

Sie war Genoveva. In demütiger Liebe ihrem Herren ergeben, gebar sie ihm einen Knaben mit blonden Locken. Seine blauen Augen waren Saphirsterne, um die Lenden trug er das gefleckte Fell einer wilden Katze. Für ihn suchte Tine Beeren im Walde. Wenn der Herbststurm kalt in die Höhle fuhr, bettete sie ihn in der Wärme ihrer langen Haare. Für ihn zähmte sie den wilden Wolf."

(S. 127)

 

Meine Meinung

Da diese Geschichte in einem ziemlich alten Stil geschrieben ist ( z.B. „Habt ihr die Muffen? Steckt die Hände rein es ist kalt!") wird sie heutzutage auf nicht viele Liebhaber stoßen. Ich finde, diese Geschichte passt wunderbar zur Weihnachtszeit.

Pia Rothstein