Die Penaten

 

Inhalt

Das Buch „Die Penaten" erschien 1957. Nach Tami Oelfken sind Penaten Schutzgötter, die von den Göttern abstammen, die Menschen beschützen und ihnen Lebenskraft geben sollen. Laut der Autorin wurden sie seit Jahrtausenden im Inneren der Häuser gehegt, ihnen wurde geopfert und gedankt. In dem Buch „Die Penaten" tauchen sie dann aber sehr selten wieder auf.

Das Buch ist eingeteilt in 12 Kapitel, wobei jedes Kapitel nach einem Kalendermonat benannt ist. Es ist sozusagen eine Reise durch das Jahr mit Tami Oelfken. Das Buch „Die Penaten" enthält also keine durchgehende Geschichte, und auch innerhalb der Kapitel ist es manchmal sehr schwer Zusammenhänge zu erkennen.

Tami Oelfken beschreibt sehr viel die Natur, die sie um sich herum wahrnimmt, und dies tut sie sehr bildhaft. Gerade die Frühling- und Sommermonate sind sehr geprägt von Beschreibungen der Natur und ihrer Tätigkeit im Garten. So beschreibt sie beispielsweise im Monat Mai, wie sie sich Nelken gekauft, eingepflanzt und gepflegt hat.

Des Weiteren erzählt Tami Oelfken etwas aus ihrem Leben, beziehungsweise aus ihren Erinnerungen. So ist beispielsweise der Monat April geprägt von Beschreibungen von Ostern bei ihr zu Hause und von einem Osterspaziergang mit ihrem Vater und Grete in einem Anemonenwald. Auch hier wird die Geschichte wieder sehr bildhaft und detailliert beschrieben.

Tami Oelfken schreibt aber auch etwas über Maler, wie zum Beispiel Heinrich Vogeler, welcher ein sehr guter Freund von ihr war. Außerdem schreibt sie über Städte und Dörfer, wie Bremen und Worpswede. Auch hier sind die Erzählungen wieder mit sehr vielen Bildern und Erinnerungen geschmückt.

 

Ein weiteres Merkmal des Buches ist, dass es zahlreiche Gedichte enthält. Diese scheinen von Tami selbst zu stammen, da keine Verfasser angegeben sind. Es tauchen auch Geschichten von ihr auf, beispielsweise von einem Stoffhasen. Dieser besorgt sich bei einer Henne Ostereier, um diese anschließend zu verstecken.

Einen Bogen zu den Penaten schlägt Tami Oelfken, als sie die Legende vom „heiligen Leonhard" erzählt. Dieser war, der Legende nach, ein fränkischer Edelmann, der durch die Lande zog und die Gefangenen im Gefängnis besuchte.

Aufgelockert wird das Buch durch Bilder von Malern und Grafikern wie Fe Adriani, Heinrich Vogeler, Franz Xaver Fuhr und Hiroshige.

 

 

Leseprobe

Ich liebe Pappeln! Sie standen in Werder dicht am See und ragten in den Himmel, schmal und leise vor sich hinflüsternd. Es war Pfingsten, und die Bäume waren schon dicht belaubt. Seit der frühesten Morgenstunde spielte ein Pirolpaar in der Pappel. Goldgelb und hell aufleuchtend warfen sie sich in übermütiger Liebe baumauf und baumab. Sie waren trunken vom Frühling, vom Spiel, von der Liebe und sie schrien: „Hanna, hast du schon geübt? Hanna, hast du schon geübt?" Und dann lachten sie. Hanna kam aus dem Garten, den Arm voll Flieder und Goldregen und Wasserholunder. Sie blieb neben der Sonnenuhr stehen, sah zum Baum hinauf und sagte: „Seid still. Ich habe geübt." Aber die Pirole glaubten kein Wort. Sie lachten weiter und neckten: „Hanna, hast du schon geüüübt?" Und es war nichts andres als ein sich immer wiederholendes Gelächter in leuchtendem hellen Glanz. Zu Füßen der Pappeln, an der Mauer kamen die weißen Schwäne ans Ufer geschwommen und der Schmetterlingsstrauch war umgaukelt von Zitronenfaltern und Pfauenaugen.

Die weite Fläche des Sees schimmerte.

(aus: „Die Penaten", S. 117)

 

 

Meine Meinung

Das Buch „Die Penaten" war für mich sehr schwer zu lesen, da ich oft keine Zusammenhänge zwischen den einzelnen Geschichten erkennen konnte. Auch die Beschreibung des Umfeldes, in dem Tami sich gerade befand, und der Natur waren mir oftmals zu langatmig. Da bestaune ich die Natur lieber im Original.

Ich denke, dass das Buch „Die Penaten" für diejenigen lesenswert ist, die sich dafür interessieren, wie Tami Oelfken ihre Welt sah.

 

Manuel Schiffelbein