Der Bund entschiedener Schulreformer

 

Als Zusammenschluss für akademisch gebildete Lehrer wurde der Bund 1919 in Berlin gegründet, 1920 für alle Lehrer geöffnet und schließlich zu einem „Volksbund" ausgeweitet worden.

Der Bund verstand sich zwar als eine politische, nicht aber als eine parteipolitische Vereinigung.

Sein Vorstand bestand aus den ehemaligen Mitgliedern des Philologenverbandes Paul Oestreich, Arno Wagner, Fritz Karsen, Siegfried Kawerau und aus Hildegard Wegscheider-Ziegler, die allerdings nicht dem Philologenverband angehörte.

Die Neugründung des Bundes 1919 und ihrem Ziel der Erneuerung des Schulwesens stieß nicht bei allen reformfreudig Gesinnten auf Zustimmung. Dennoch nahm er bis zur Auflösung 1933 kritisch und engagiert Stellung zu allen schul- und bildungspolitischen Maßnahmen von der Reichsregierung oder preußischer Landesregierung und stellte deren Reformplänen einige Vorschläge gegenüber. Ein Kernpunkt ihrer Bemühungen war unter anderem die grundlegende Neugestaltung der Schule zu einer „Einheits-Arbeitsschule".

Manche der Reformgedanken von 1919-1933 haben in den 60igern und 70igern an Aktualität gewonnen. Als Beispiel an dieser Stelle die heutige Gesamtschule, die damals der „elastischen Einheitsschule" ähnelte.

Doch was hat nun der Bund entschiedener Schulreformer mit Tami Oelfken zu tun? Auch sie gehörte dem Bund an und war eine entschiedene Schulreformerin. Durch den Bund entschiedener Schulreformer gründete sie ihre eigene Schule unter den Gesichtspunkten, dass bei ihr die Schulstunden keine 45 Minuten haben, die Schule als Lebensgemeinschaft angesehen wird und dass die Klassen altersübergreifend sind (Altersgemischte Lerngruppen d.h. jüngere lernen von älteren Schülern).