Dichterstätte Sarah Kirsch e.V.

 

Limlingerode selbst lag bis vor 13 Jahren noch im streng bewachten Grenzgebiet der DDR, was es schier unmöglich machte, dort hin zu gelangen! Doch heute ist dieses kleine Dörfchen wieder frei und erstrahlt in neuem Glanze, nicht zuletzt wegen der Rückkehr einer verlorenen Tochter, Sarah Kirsch. 

Warum sie zurückkehrte und was dies alles mit der Dichterstätte Sarah Kirsch e.V. zutun hatte, soll hier erläutert werden. 

 

Eine Chronik über den Landkreis Nordhausen (Thüringen) brachte alles ins Rollen: Heidelore Kneffel, die stellvertretende Leiterin der jetzigen Dichterstätte Sarah Kirsch e.V., schrieb einen Brief an Sarah Kirsch, ob sie etwas über Frau Kirsch in der Nordhäuser Chronik bringen dürfte und natürlich auch, um ihr zu dem Erhalt des Georg - Büchner - Preises zu gratulieren. Dies war im Jahre 1996. Es entwickelte sich ein reger Briefwechsel zwischen den beiden Frauen, bei welchem einerseits Frau Kneffel zu einer Lesung in Limlingerode einlud, andererseits Sarah Kirsch mitunter bekundete, ihr Geburtshaus doch einmal von innen sehen zu wollen.

Es folgte die Gründung des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch e.V. am 23.3.1998 von Kunst- und Literaturinteressierten, die beschlossen hatten, "der Literatur, besonders dem Werk von Sarah Kirsch, eine Heimstätte ... zu geben" (Kneffel, Heidelore. Limlingeröder Reihe. Hrsg. Förderverein Dichterstätte Sarah Kirsch e.V. , Landkreis Nordhausen, Juni 1999. Heft 1.)

 

Nachdem das Haus am 7.2.1997 unter Denkmalschutz gestellt wurde, sollte eine Restaurierung stattfinden. Doch diese gestaltete sich sehr kostenintensiv, sodass der Förderverein Spendengelder in Höhe von 100.000 (noch) DM aufbringen musste, um seinen Traum von einer Dichterstätte in den Räumlichkeiten des Geburtshauses der Sarah Kirsch zu verwirklichen. 

Heute ist die Dichterstätte keineswegs eine Kultstätte für Sarah Kirsch, vielmehr verstehen sie ihre Schöpfer und Sarah Kirsch selbst als eine Art Heimstätte für Literatur und Künste jeglicher Art. Mit einer kleinen Einschränkung: Die Autoren und Künstler müssen (indirekt) zu Sarah Kirsch in Verbindung stehen und/oder aus der Region stammen. 

 

Die Dichterstätte beherbergt einen kleinen Lesesaal (welcher bei besonders attraktiven Veranstaltungen, wie z.B. eine Lesung von Sarah Kirsch, aus allen Nähten zu platzen droht) (Foto oben), einer kleinen Küche, einer hauseigenen Bibliothek mit sämtlichen Werken aller Literaten, die je in der Dichterstätte zu Gast waren (aktiv oder passiv) und viel Sekundärliteratur über Sarah Kirsch. Das Highlight aber bildet die kleine Dichterwohnung im ersten Stock, in welcher sich Studenten, Journalisten, Literaten u.a. aufhalten können, um literarische Studien in der Bibliothek zu tätigen oder sich Inspiration zu holen. Diese Wohnung weihte Sarah Kirsch am Wochenende des 15./16.03.03, bei ihrem letzten Aufenthalt in Limlingerode, höchstpersönlich ein!     

Impressionen aus der Dichterstätte während einer Lesung von Sarah Kirsch aus ihrem neuen Werk "Tartarenhochzeit" am 16.03.03.

 

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