Inhalt des Romans ,,Der Zaun":
Die 1. Geschichte „Das Fernglas“ handelt von Eva. Sie kommt aus Nesselröden und die Geschichte spielt im Herbst 1994. Eva hat ihre mittlere Reife an der Schule der Ursulinen in Duderstadt gemacht. Jetzt sitzt sie unter einer Eiche an der Grenze bei Böseckendorf und erinnert sich. Als sie 16 Jahre alt war -Ende Mai 1970- saß sie auch unter der Eiche. Dabei wurde sie von einem Mann hinter dem Grenzzaun beobachtet. 35 Jahre später ist sie wieder an der Eiche. Ein NVA-Soldat, der ihrem Mann Lothar sehr ähnlich sieht, beobachtet sie. Sie flüchtet irritiert.

 

Die zweite Geschichte „Das Bermudadreieck“ handelt von zwei BGS-Männern, Eisenfresser und Platschek, die mit ihrem Hauptwachmeister, Rother, an der Grenze entlang fahren und einen Abschnitt überprüfen sollen. Bei der Überprüfung geht Rother vor. VoPos halten ihn plötzlich fest, vor dem Zaun zwar, aber auf DDR-Gebiet. Erst als Eisenfresser und Platschek ihre Gewehre in Anschlag bringen, lassen die VoPos den Hauptwachmeister gehen und ziehen sich hinter den Zaun zurück.

 

         Das Kapitel 3, „Das Gespräch“,  spielt im Jahr 1974 und handelt von zwei Soldaten, Kalle Ritterpfennig und Wilfried Storz. Ritterpfennig ist seit acht Jahren beim Bundesgrenzschutz und Storz ist bei der NVA. Beide arbeiten an der Grenze und treffen sich dort zum erstenmal. Sie unterhalten sich nicht; in den nächsten Tagen machen sie sich Gedanken über die Situation, aber sie reden auch jetzt nicht miteinander. Nach einer Woche ist der gemeinsame Dienst zu Ende.

,,Der Zaun“ nennt sich das 4. Kapitel, welches von zwei Jungen handelt. Heiko und Uwe gehen noch zur Schule und versuchen, die DDR zu verlassen. Sie fahren mit dem Zug in den Harz und klettern über einen Zaun, von dem sie irrtümlich annehmen, es sei der Grenzzaun zwischen Ost und West. Als sie sich sicher fühlen, gehen sie weiter, doch sie werden gesehen. Bei diesem Fluchtversuch wird Heiko erschossen und Uwe kommt in Sicherheitsverwahrung.
„Die Einheitsrede“ wird im 5. Kapitel gehalten. Am Tag der deutschen Einheit, dem 3. Oktober 1990, ein Jahr nach der Wiedervereinigung, hält der Minister aus Hannover in der Eichsfeldhalle in Duderstadt eine Rede über die Ergebnisse und Vorteile der Grenzöffnung. Die verschiedenen Reaktionen der Anwesenden werden beschrieben;  zuletzt sind alle Gäste von den positiven Auswirkungen der Wiedervereinigung überzeugt und so verlassen alle zufrieden die Eichsfeld-Halle.

 

Das letzte Kapitel, „Von langen Tagen Kaffee und Kuchen“, handelt von einer Kaffeefahrt in die Lüneburger Heide. Der Busfahrer Lothar Gatzemeier[1] fährt den Bus der Agentur Grenzland-Reisen durch die Dörfer des Ober- und Untereichsfeldes  und holt die Teilnehmer der Reise von der Werbeagentur AWOG ab. Nach der Ankunft in der Lüneburger Heide beginnt die Werbeveranstaltung. Es gelingt dem Moderator nicht, Käufer zu finden.

 

Den Abschluss des Buches bildet das Nachspiel im Reich der Tiere und Pflanzen. Hier wird das Leben einer kleinen Kiefer beschrieben, auf der sich ein Rabe zum Ausruhen niederlässt. Dieser Rabe wird von der Kiefer in ein Gespräch verwickelt, in dem die Kiefer wissen will, wie das Leben außerhalb des begrenzten Bereiches aussieht, den die Kiefer überblicken kann. Die kleine Kiefer will einige Abenteuer von dem Raben erfahren, doch dieser erzählt ihr, wie die Welt von oben aussieht. Und schließlich erzählt der Rabe der Kiefer, wie er einen jungen Mann gesehen hat, der von hinten erschossen wurde.

 

Eigenartig am Aufbau der Erzählsammlung ist, dass die Einzelteile immer unterbrochen werden von Einschüben mit Zitaten anderer Autoren, z.B. aus der Novelle  „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff, z. B. aus dem Versroman "Iwein" des Hartman von Aue, z. B. aus „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider und aus Paul Valérys „Der Meeresfriedhof".

[1] Der Ehemann, der im ersten Kapitel erwähnten Frau, Eva


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