Gottfried der Student
In seinem berühmtesten Werk "Gottfried der Student" beschriebt Iseke seine Schul- und Studienjahre auf humorvolle, meist ironische Weise.

Auszug aus Kapitel 9: Das Abitur


Hui, das war ein gutes Zeichen,

Dass der Landrat präsidierte,

Weil sich dieser vor den Schnitzern,

Noch so greulich, nicht genierte.

 

Zwar, wenn der und jener stockte,

Macht`  er wohl ´ne ernste Mine,

Aber bloß des Ansehns wegen,

Bloß, damit er kundig schiene.

 

Dickfleisch zählte zwar den König

Saul zu den drei Patriarchen;

Doch der Landrat überhört´ es,

Denn er fing schon an zu schnarchen.

 

Die Aspasia zwar machte

Rehbein zu der Gattin Catos,

Ja sogar Terentius Varro

Zu dem Busenfreunde Platos,

 

Rechnete auch Senekaen,

Zu den großen Kirchenvätern,

Hielt fürn Sohn von Karl dem Vierten,

Karl den Fünften, den viel Spätern,

 

Und erzählte wunderbare,

Niemals vorgefallne Dinge;

doch man schob´s auf die Verwirrung,

die der Tag so mit sich bringe.

...

 

Es begann der Herr Direktor:

"Anerwogen, dass sie strebten,

wenigstens im letzten Winter,

und den Wissenschaften lebten,

 

haben wir trotz mancher Mängel,

die Sie heute blicken ließen,

nicht umhin gekonnt, mit großer,

großer Nachsicht zu beschließen,

 

Ihnen allen nun das Zeugnis

der Maturität zu geben."

Feuerrote Angesichter,

Freudentaumel, Wonnebeben!


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