3.Spuren der Region

Die Spuren der Region, speziell die Spuren des Eichsfelds, sollen anhand des Romans "Durch Zweifel zum Sieg" (1934) untersucht werden. Auf der Suche nach den Spuren, sollten drei Suchkriterien im Vordergrund stehen:

3.1.Äußeres Erscheinungsbild

3.2.Soziale und mentale Strukturen

3.3.Lebensumstände


Zu 3.1.

Zu Beginn seines Romans ist es Robert Nelz sehr wichtig, die stilvolle und traditionsreiche Architektur von Duderstadt hervorzuheben. Hier ragt selbstverständlich die Fachwerkarchitektur heraus.

Als Geistlicher hat für Robert Nelz natürlich auch die St. Cyriakuskirche eine große Bedeutung.  Sie ist auch noch heutzutage eines der berühmtesten katholischen Gotteshäuser in Norddeutschland.

Als eine Hauptfigur des Romans, Friedrich Böning, nach langer Zeit aus der Ferne seine Heimatstadt Duderstadt erblickt, äußert er sich zunächst mit einem "ach die ragende Turmzier von St. Cyriakus"(S.212). Diese Interjektion mit dem schwärmerischen Ausdruck ist ein gutes Beispiel für die gefühlvolle Rhetorik von Nelz. Man merkt, dass der Autor eine emotionale Verbindung zum Eichsfeld, speziell zu Duderstadt, aufgebaut hat.

 

Den Verlauf der Brehme nutzt Nelz für eine Stadtführung, um weitere Sehenswürdigkeiten wie den  Duderstädter Wall, die Marktstraße, die Unterkirche oder das "hochberühmte Rathaus"(S.69) ausführlich zu beschreiben.

Die Landschaft des Eichsfelds wird immer wieder als "Goldene Mark"(S.43) bezeichnet; auch auf diese Weise erhält der Leser einen positiven Eindruck von dem landschaftlichen Bild des Eichsfelds. In dem Roman "Durch Zweifel zum Sieg" werden auch noch weitere regionale Sehenswürdigkeiten wie der Harz, der Seeburger See oder das "Massiv des Kyffhäusers"(S.64) erwähnt.


Zu 3.2.

Da die Religion im Eichsfeld eine entscheidende Rolle gespielt hat, war es durchaus nicht ungewöhnlich, wenn Söhne einer Familie den Priesterberuf anstrebten, falls es die geistigen Fähigkeiten und die familiären Verhältnisse zuließen. Auch der der tägliche Besuch einer Messe war früher selbstverständlich. Die Wertschätzung der Religion spiegelt sich in der Wertschätzung des Landesherrn, des Kurfürsten von Mainz. Eine Stadt bzw. ein Dorf war in heller Aufregung, wenn sich das Kirchenoberhaupt zum Besuch angemeldet hatte. Robert Nelz bringt die Vorfreude der Duderstädter auf einen solchen Besuch mit vielen ausschmückenden Adjektiven zum Ausdruck. Eichsfelder werden bei ihm insgesamt als aufrichtig, ehrlich und fromm beschrieben.


Zu 3.3.

Die Lebensumstände im Eichsfeld waren zunächst sehr von den Berufen geprägt. Ein Eichsfelder war vor allem in der Landwirtschaft, als Händler oder als Handwerker tätig. Entsprechend tauchen solche Personen in seinen Romanen auf. Es ist sehr interessant festzustellen, dass sich viele Eichsfelder bis heute noch in diesen Arbeitszweigen betätigen. Eichsfelder Traditionen werden ebenfalls bei Robert Nelz beschrieben. So schildert der Autor z.B. Situationen, in denen die Großmutter den Enkeln Märchen und Sagen erzählt bzw. vorliest, oder er beschreibt kulinarische Traditionen wie das Gänseessen und das Schlachtefest in den Herbst- und Wintermonaten.


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