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Am fernen Horizonte - Gedanken
Welche Stadt ist es, der sich das lyrische "Ich" hier nähert? Lüneburg? Hamburg? eine beliebige Stadt? Warum ist der Takt des Schiffers traurig? Ist er es wirklich oder nimmt nur die Person im Kahn den Ruderschlag als traurig wahr? Ist die Wasserbahn wirklich grau?

Die Melancholie und Trauer des lyrischen Ichs spiegeln sich unmittelbar in den lyrischen Bildern: Türme am Horizont, in Nebel gehüllt, der Schiffer in seinem Kahn, das Wasser als graue Bahn, die Sonne, die sich noch einmal leuchtend erhebt in der Abenddämmerung. Es ist eine Stimmung des Abschieds.

Diese Gedicht spricht unmittelbar und ohne Ironie seine poetische Sprache. Schon zu Lebzeiten Heines schreibt der Rheinisch-Westfälische Anzeiger zu Heines Gedichten "Seine Gedichte sind Hieroglyphen, die eine Welt von Anschauungen und Gefühlen in wenigen Zeichen darstellen. Diese poetischen Hieroglyphen. ..... sind allgemein verständlich, da sie besonders gut gewählt, klar und einfach sind...." Und er setzt fort:

"In unserer Literatur hat noch nie ein Dichter seine ganze Subjektivität, seine Individualität, sein inneres Leben mit solcher Keckheit und solcher überraschenden Rücksichtslosigkeit dargestellt als Heine in seinen Gedichten. Da die streng objektive Darstellung dieser ungewöhnlichen  grandiosen Subjektivität ganz das Gepräge der Wahrheit trägt, ..... haben wir wieder einen Grund mehr aufgefunden, weshalb Heines Gedichte bei den Lesern einen so unwiderstehlichen Reiz ausüben."

zitiert nach: Heinrich Heine, Werke, S. XXI

Ganz anders verarbeitet Heine Untergangsstimmung in seinem Gedicht

"Ein Fräulein stand am Meere...". Hier ist der Ton ironisch und distanziert.

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