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wir weben, wir weben, wir weben, wir weben

Die schlesischen Weber

Verfasst 1844

Heine gehörte zu den damaligen bedeutendsten Personen der Literatur, die alle das Ziel, die Abschaffung des monarchischen Staates, verfolgten. 

In seinem Gedicht beschreibt Heinrich Heine die Situation der Weber nach dem verlorenen Weberaufstand. Heine übt aber auch an der Obrigkeit des Staates Kritik.

Das Gedicht gliedert sich in fünf Strophen mit jeweils fünf Verszeilen. Jede Strophe endet mit dem Ausruf:   

wir weben, wir weben

     Die Weber konnten wirklich nichts anderes als weben. Diese eintönige und harte Arbeit war aber der einzige Weg um sich sein Brot zu verdienen und sich wenigstens halbwegs über Wasser zu halten.

Im düsteren Auge keine Träne,

In der ersten Strophe wird die Lage der Weber beschrieben: Sie sitzen am Webstuhl und weben. Das Auge ist düster und tränenleer. Das bedeutet, dass die Weber nicht mehr weinen können. Die Wut über die verlorene Weberschlacht und die toten Freunde lähmen die Tränen.

"Sie  sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne"

In dieser Zeile werden die Weber mit Hunden und Wölfen verglichen. Die Weber drücken damit aus, dass sie weiterhin für bessere Verhältnisse kämpfen wollen. Mit Hunden vergleichen sie sich wegen ihrer Behandlung.

    „Deutschland, wir weben dein Leichentuch"

Die Weber wollen, dass Deutschland am liebsten stirbt, Deutschland kann aber nicht sterben und so kann man auch nur weiter fluchen und dies beim Weben, weil sie sonst nichts anderes können.

„Wir weben hinein den dreifachen Fluch -"

 Die dritte Zeile endet mit einem Gedankenstrich, dies bedeutet, dass sie nachdenken, über wen sie den dreifachen Fluch verhängen.

Die Aufregung wird durch den Gedankenstrich unterbrochen und sie werden sich wieder ihrer Situation bewusst

wir weben, wir weben

"Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir Gebeten

In Winterskälte und Hungersnöten

Wir haben vergebens gehofft und geharrt,

Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt-"

Der erste Fluch gilt Gott, da sie an ihn geglaubt haben, und als sie ihn gebraucht haben, war er nicht für sie da. Die Weber haben ihren Glauben an Gott verloren.

wir weben, wir weben

       "Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,

Den unser Elend nicht konnte erweichen, 

 Der den letzten Groschen von uns erpresst,"

    Der Zweite Fluch gilt König Friedrich Wilhelm IV. Die zweite Verszeile zeigt, dass das harte Elend der Weber, die arm, teilweise krank und unterernährt vor seinem Schloss für bessere Verhältnisse protestierten, den König auch kalt ließen. 

Wofür haben die Weber protestiert? Die Weber haben dagegen protestiert, dass sie von ihrem ohnehin schon sehr kargen Lohn auch noch Einbußen hinnehmen mussten, da der König Steuern von ihnen verlangte.

Die Deutschen Fabrikate standen unter Konkurrenzdruck. In England konnte gewebte Wahre schon billig maschinell hergestellt werden. Die Fabrikanten, die die Stoffe der Weber vermarkteten, drückten die Preise  für die gewebte Ware.

"Und uns wie Hunde erschießen lässt-" 

Hier vergleichen sich die Weber wieder wie in der ersten Strophe mit Hunden. Das zeigt wieder einmal ihre Wehrlosigkeit gegenüber den Fabrikanten und Herrschern.

Hunde sind gegenüber Menschen oftmals wehrlose Tiere und werden oftmals nicht verstanden.

"Ein Fluch dem falschen Vaterlande,"

Der dritte Fluch der Weber geht an das Vaterland

"Wo nur gedeihen Schmach und Schande,"

 Mit diesem Satz wird ausgedrückt, dass der Staat gegen die Weber handelt. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.

"Wo jede Blume früh geknickt,"

    Die Blume steht als Symbol für jeden deutschen Staatsbürger. Wer damals geboren war, musste sich anpassen. Meinungsfreiheit war ein Fremdwort für die damalige Regierung. 

"Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt"

Diese Zeile soll zeigen, wie es zum damaligen Zeitpunkt aussieht in Deutschland: Verfault und vermodert, ohne Platz für neue Ideen und Gerechtigkeit. Die Weber finden Deutschland nicht mehr gut und verfluchen es. Sie sind aber gezwungen in Deutschland zu leben, auch wenn das meiste Geld im Rachen des Staates und der Fabrikanten verschwindet.

    "Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht, 

Wir weben emsig Tag und Nacht-"

Die letzte Strophe zeigt wieder die Beschäftigung der Weber. Dies zeigt, wie wichtig die Arbeit für die Weber ist. Auch wenn die Arbeit wenig einbringt, so sind sie doch auf sie angewiesen

"Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,

 Wir weben hinein den dreifachen Fluch"

Mit Altdeutschland zeigen die Weber, dass sie mit Deutschland abgeschlossen haben. Er hat versagt, da er nicht für seine Bürger eintritt, sondern sich auf die Seite der Reichen stellt.

wir weben, wir weben

Das Gedicht zeigt nicht nur die Situation der Weber, sondern die der gesamten unteren Bevölkerung.

Verbot des Gedichtes:

Das Gedicht von Heinrich Heine macht deutlich, warum seine Schriften in Deutschland verboten wurden. Es übt Kritik am Staat. Mutig ist, wie sich Heine gegen die Missstände in Deutschland wehrt. Heine vertritt wie alle damaligen fortschrittlichen Autoren:

•          Meinungsfreiheit

•             Demokratie

•             Soziale Gerechtigkeit

 ©by Joschka, Andre' und Mathis

Schlesische W
Heine in Hamburg

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