Rudolf Christiani (1798 - 1858)

Ölbildnis von Nikolaus Peters um 1830 (Museum für das Fürstentum Lüneburg)

 

Ich heiße Rudolf Christiani, genauso wie mein Vater. Mein Vater ist der Superintendent Rudolf Christiani. Unsere Familie stammt aus Kopenhagen. Aufgewachsen bin ich in Lüneburg in dem Pastorenhaus direkt gegenüber der Johanniskirche, an der mein Vater auch Prediger ist.

Ich bin Jurist und in Lüneburg als Anwalt tätig. Mein Interesse aber gilt der Literatur und Politik.

Unser Land erlebt politisch einen Stillstand. Ich kann es kaum noch ertragen. Ich möchte hier raus aus diesem engen Leben. Seit ein paar Tagen weht ein neuer Geist hier in der Stadt. Harry, der Sohn der neuen Bewohner des wietzendorfschen Hauses am Markt ist hier zu Besuch. Am Anfang wirkte er sehr abweisend und melancholisch. Inzwischen vergeht kein Tag, dass wir uns sehen. Oft ist Heine bei uns zu Gast oder wir gehen wir aus der Stadt hinaus ins Grüne. Ich glaube, die frische Luft tut Heine gut.

Heinrich Heine und Rudolf Christiani im Gespräch vertieft.

Übrigens, er ist nur wenige Monate älter als ich und schon berühmt. Ich habe noch nie einen Menschen erlebt, dem die Worte so zufallen. Seine Gedichte sind wunderbar und es macht mir Spaß sie in unseren Abendgesellschaften vorzutragen.

Ich bin ein Bewunderer Goethes. Heine und ich sprechen oft über ihn auf unseren Spaziergängen.

Manchmal weiß ich nicht, was ich von Heine halten soll. Ich erlebe ihn sehr wechselhaft: gefühlvoll, melancholisch, dann wieder voller Spott und Ironie.
Widmung

Vater Christiani

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