Organisation Stasi

Die SED hatte vierzig Jahre lang das gesamte politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in der DDR unter Kontrolle. Um ihre Vormachtstellung aufrecht zu erhalten und zu sichern wurde das Ministerium für Staatssicherheit, kurz Stasi, gegründet.

Der Minister für Staatssicherheit war seit 1957 der Armeegeneral und Mitglied des Politbüros Erich Mielke. Er hatte den Oberbefehl über 80.000 Hauptamtliche (HIM) und mehr als 100.000 inoffizielle Mitarbeiter (IM). Die HIM´s waren in der Verwaltung und als Spione in West Deutschland tätig. Die IM´s waren verdeckte Mitarbeiter die unter ihren Mitbürgern spionierten um Staatsfeinde und Regimegegner aufzuspüren.

Stasi Wappenemblem
Stasi Wappenemblem
Stasi Hauptquartier
Das Stasi Hauptquartier in Berlin, Normannenstraße

Stasi Beitrittserklärung (Anklicken zum Vergrößern)
Eine Stasi Beitrittserklärung
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Um einen stetig soliden Mitarbeiterstamm zu erhalten, musste das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) sich ständig neue und verlässliche Mitarbeiter beschaffen, im allgemeinen wurden verschiedene Arten der Mitarbeiterwerbung angewandt.

Dazu gingen HIM´s in die Hochschulen um nach hochqualifizierten Kräften für die Spionage zu suchen. Ihnen wurde der berufliche und gesellschaftliche Aufstieg erleichtert, zusätzlich sind diesen so geworbenen Mitarbeitern materielle und finanzielle Zugeständnisse gemacht worden.

Eine weitere Gruppe der Mitarbeiter waren überzeugte und hochrangige SED Anhänger und Regimebefürworter, die oft hauptamtlich für die Stasi tätig waren und hohe Ämter ausübten. Des weiteren arbeiteten auch normale SED Genossen für das MfS.

Als dritte Gruppe wurden auffällige gewordene DDR Bürger geworben, von diesen Leuten wurden Wiedergutmachungen in Form von Spitzeldiensten für die Stasi eingefordert. Im Gegenzug wurden die eigenen Vergehen in den Stasiakten gering oder gar nicht mehr geahndet.

Schon kritische Aussagen gegen das DDR Regime in Gegenwart eines Stasi Spitzels veranlassten das Anlegen einer Akte und die damit verbundene Überwachung durch das MfS.

Die Stasi setzte verschiedene Mittel zur Überwachung ihrer auffällig gewordenen Mitbürger ein. So wurden z.B. Telefongespräche abgehört; Briefe abgefangen, geöffnet und kontrolliert, sowie die ständige Observation des Verdächtigen durch Wanzen und Spione durchgeführt.

Die so gewonnenen Erkenntnisse beinhalteten fast immer ein paar kleinere Vergehen, die daraufhin als Druckmittel gegen den Observierten verwendet wurden. So tauchen in den Akten Berichte über Privatleben, das Sexualverhalten evtl. Ehebruch, den Besitz von westlichen Luxusgütern (z.B. Schallplatten der Beatles) und das Sehen des westdeutschen Fernsehens auf.

Stasi Organigramm (Anklicken zum Vergrößern)
Organigramm der Stasi-Führung
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