Spurensuche in Peine
Im November 1628 kam der damals 37-jährige Jesuitenpater Friedrich von Spee nach Peine. Er hatte die Aufgabe die Menschen in Peine und Umgebung zum katholischen Glauben zurückzubringen. 1542 waren Hildesheim und Peine protestantisch geworden. Nun sahen sich die Katholiken stark genug, die Rekatholisierung zu betreiben. So wurde am 7.3.1628 der erste katholische Gottesdienst nach 1542 gefeiert. Zur Unterstützung des Jesuitenpaters Gottfried Ohm kam Friedrich Spee nach Peine. Einerseits wurde er geachtet wegen seiner Güte und Menschlichkeit. Andererseits war er mit verantwortlich für die nicht immer friedlichen Mittel, mit denen die Menschen gezwungen wurden katholisch zu werden.  
Am 29. April 1629 überfiel ein Wegelagerer Friedrich von Spee auf dem Ritt zu einer Messe bei Woltorf und verletzte ihn schwer. Seine Kopfverletzungen kurierte Spee an verschiedenen Orten aus, nach Peine kehrte er nicht zurück.
Was, so haben wir uns gefragt, erinnert  im öffentlichen Leben an ihn? 


 
Das FRIEDRICH-SPEE-HAUS ist das Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde "Zu den Heiligen Engeln" in Peine. Es wurde am 30.4.1988 (Spee starb am  29.4.1635) eröffnet und ist seitdem der organisatorische Mittelpunkt der Kirchengemeinde.
In der Festschrift der Kirchengemeinde zu ihrer 125-Jahr-Feier 1993 ist über Spee zu lesen: "Als Vorkämpfer für Humanität und Menschenwürde war er zugleich Widerstandskämpfer gegen Unmenschlichkeit, Unrecht und dumpfe Ignoranz. Wir dürfen ihn zu den großen Deutschen zählen, auf die wir stolz sein können."
In den Jahren 1985 und 1986 wurde der 350. Todestag von Friedrich von Spee in Peine mit einer Gedenkfeier und Ausstellung begangen. Es erschienen mehrere Zeitungsartikel, in einem auch eine Abbildung der SPEE-GEDENKTAFEL am Peiner Markt.
Diese Gedenktafel wurde am 18. Februar 1909 auf Betreiben mehrerer katholischer Frauen am Haus "Am Markt 22" angebracht. In diesem Haus wohnte Friedrich von Spee 1628/1629.
In dem Antragstext für die Tafel heißt es: "Da unsere Stadt Peine nicht viele Sehenswürdigkeiten aufzuweisen hat (...), muss allen, die ihre Stadt Peine lieben, daran gelegen sein, wenigs- tens beachtenswerte geschichtliche Tatsachen den Einwohnern wie Fremden bekannt zu geben und dadurch die Stadt für den Besucher interessanter zu gestalten. "
Wir haben zwei greifbare Spuren zu Friedrich von Spee in Peine gefunden. Vor allem die Gedenktafel am Markt kommt kaum zur Wirkung. Der Blick darauf wird verstellt durch Sonnenschirme. In dem Haus befinden sich ein Restaurant und ein Blumenladen.
Wir könnten uns eine würdigere Vertretung Spees in der Öffentlichkeit vorstellen, etwa in Form eines Denkmals!