Andersens "Hans" und "Friedrich von Spee" - Wie passt das zusammen?
 
Unsere Ausgangsfrage: Warum flieht Hans am Ende von "Hexenfieber" nicht auch? Er ermöglicht Esben die Flucht, lässt sich selber aber ohne sich zu wehren verhaften.

"Erst als Esben nur noch als ein Punkt in weiter Ferne zu erkennen war, ließ Hans den Vogt aus seiner Umklammerung los. Er warf einen letzten Blick auf den Fjord und seine Hütte. Dann ging er den Männern ruhig voran, den Hügel hinauf. "

Ihn erwartet ein Prozess wegen Hexerei. Hans hat immer gewusst, wie gefährlich sein Handeln, das Heilen anderer, ist.

"Jedes Mal, wenn ich einem Kranken helfe, lege ich einen Holzscheit auf meinen eigenen Scheiterhaufen ."
"Wenn du jedoch eines Tages die Rauchsäule über den Hügeln siehst, weißt du, was geschehen ist. Dann haben sie mich nicht genügend gefürchtet, und es ist besser, du fliehst."

Warum flieht Hans nicht? Diese Antworten haben wir für ihn gefunden:            


Ich will mit meinen Worten und meiner Haltung den Menschen klarmachen, dass ihr Handeln falsch ist.





Ich will ihnen ihren Aberglauben vor Augen führen, aus dem die Angst entsteht, die Grundlage aller Prozesse.


Ich will den Menschen klarmachen, dass Gerüchte, Verleumdungen und Neid kein Beweis für Hexerei sind.




Ich will alle zum Zweifeln bewegen. Zweifel zu haben bedeutet mit dem Nachdenken anzufangen.



Ich will allen Menschen den Schrecken der Folter und damit den unmenschlichen Verlauf der Hexenprozesse zeigen.






"Hans" ist eine Figur in einem Jugendbuch. Doch er äußert sich fast genau so, wie Friedrich von Spee in seinem Buch "Cautio Criminalis".

Beide wenden sich gegen den Aberglauben und sprechen sich gegen die Folter und den Prozessverlauf aus. Sie glauben daran, die Menschen mit ihren Worten von dem falschen Weg der Hexenprozesse abbringen zu können. Und: Beide sind Vertreter der Kirche. Hans ist ein vor den Hexenprozessen geflohener Pfarrer, Friedrich von Spee ist Jesuitenpater, der nach der Veröffentlichung von "Cautio Criminalis von Köln nach Trier fliehen muss.

Die Gedanken Friedrich von Spees leben in der Figur des "Hans" in Leif Esper Andersens Jugendbuch weiter!  Und: Einige der Ideen sind auch heute noch wichtig: Zweifel haben, keinen Stillstand zuzulassen, nachzudenken und kritisch zu sein.