Wir haben in verschiedenen Lexika unter dem Stichwort "Hexe" nachgeschaut und dann einen eigenen kurzen Lexikonbeitrag geschrieben:

Hexe,  bezeichnet im Volksglauben eine zauberkundige Person, die durch magische Kräfte Schadenzauber gegen andere Menschen durchführen kann. Während des Mittelalters hielt man Hexen für Dienerinnen des Teufels. Ihnen wurde nachgesagt, dass sie z.B. Krankheiten verursachen können. Sie sollten für Unwetter verantwortlich sein oder für Missernten. Ihnen wurde auch nachgesagt, sie könnten sich unsichtbar machen oder auf einem Besen fliegen.

Dann haben wir uns die Frage gestellt: Wie wird jemand zur Hexe oder zum Hexer und was passiert mit diesen Menschen? Antworten dazu haben wir im Internet gefunden. Unsere Ergebnisse haben wir mit dem Schicksal von Esbens Mutter verglichen.

Zwischen 1500 und 1700 gab es etwa 20.000 Opfer der Hexenverfolgung. Viele Menschen lebten in großer Not. Häufig wurde das Elend durch die Tat einer Hexe (etwa der Schadenzauber gegen eine Kuh) erklärt. Anlässe für Zauberverdächtigungen waren oft Nachbarschaftsstreit, Schadensfälle, Krankheiten oder Missernten.

Esbens Mutter gilt in ihrem Dorf als Heilerin, einem Mädchen kann sie aber nicht mehr helfen. Es entsteht das Gerücht, sie könne auch Krankheiten anhexen. Schließlich wird sie von den Dorfbewohnern als Hexe angezeigt.
Der Beginn einer Hexenverdächtigung war häufig eine Anzeige aus der Bevölkerung. Hauptanklagepunkt in dem folgenden Hexenprozess war der "Pakt mit dem Teufel". Zeugenaussagen lieferten die notwendigen Beweise. Gerüchte, zufällige Begebenheiten oder auch ein schlechter Ruf überzeugten von der Schuld des Opfers. 

Während eines öffentlichen Verhörs treten Dorfbewohner als Zeugen auf. Esbens Mutter soll eine Kuh verhext haben oder auf einem Besen durch die Luft geflogen sein. Aufgrund dieser Verdächtigungen wird sie beschuldigt, mit dem Teufel im Bunde zu sein.
Von Anfang an hatten die Angeklagten nur eine sehr kleine Chance, mit dem Leben davonzukommen. Den Richtern war jedes Mittel recht, ein Geständnis zu bekommen. Waren die Angeklagten dazu nicht bereit, wurde zuerst mit der Folter gedroht, bei weiterem Leugnen wurde sie angewendet.

Innerhalb des dreitägigen Verhörs wird von ihr verlangt, sie solle ihre Unschuld beweisen. Da Esbens Mutter dies nicht kann, soll sie gestehen, eine Hexe zu sein. Ihr wird die Folter angedroht. Dann wird sie mit einer glühenden Eisenstange gepeinigt und sie gesteht.
Dem Geständnis des Opfers, auch wenn es durch die Folter erpresst worden war, folgte die Verurteilung. Meistens war das der Tod durch Verbrennung.
Die öffentliche Verbrennung wurde als Volksfest "gefeiert".
Das Vermögen des Opfers wurde verpfändet und fiel seinen Richtern zu.

Unmittelbar darauf wird Esbens Mutter zum Tod durch den Scheiterhaufen verurteilt. Die Verbrennung, sie wird auf eine Leiter gebunden und in das Feuer gekippt,  wird als Volksfest von einer johlenden und tanzenden Menschenmenge gefeiert. Der Besitz wird gepfändet und verkauft, um die Kosten der Verbrennung zu decken.
Leif Esper Andersen lässt Esbens Mutter das ganz typische Schicksal einer Frau erleben, die zur Hexe gemacht wird. Alle von ihm geschilderten Einzelheiten können so passiert sein.