Wie viele jüngere Autoren hatte Guntram Vesper lange Zeit ein durchaus distanziertes Verhältnis zu dem anderthalb Generationen älteren Ernst Jünger, dessen Bücher über den Ersten Weltkrieg einen zweifelhaften Ruf begründet hatten. Seit Anfang der Achziger Jahre hat sich Vespers Einstellung Jünger gegenüber deutlich verändert; er begegnet ihm nun durchaus mit Sympathie, hohem Respekt und sieht sogar eine deutliche thematische Verwandschaft.
Vesper über Jünger:
"Dabei begleitet er als Chronist und Erzähler das Land, das spätestens 1945 in einen bis dahin unvorstellbaren Abgrund gestürzt ist und das, von den Siegern verstümmelt und geteilt und durch die eigenen Untaten traumatisiert, Jahr um Jahr und Jahrzehnt um Jahrzehnt versucht, wieder zu sich zu kommen: wissen wollen, wer man war und wer man ist."
In diesem Exemplar von Jüngers anspielungsreicher Erzählung "Auf den Marmorklippen", das er vor kurzem erwarb, hält Vesper auf den Vorsatzblättern die Geschichte seiner Annährung an den Älteren fest.
Diese Notizen sind in den zweiten Teil eines biografischen Essays eingegangen, den Guntram Vesper im Frühjahr 2003 zum fünften Todestag Ernst Jüngers schrieb.

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