Kapitel XIX - Geräusche beim Entsichern der Pistolen



Das ganze Kapitel handelt von der Angst des Erzählers - der Angst davor, beobachtet oder abgehört zu werden, der Angst davor, dass irgendwann die Polizei vor der Tür steht.
Doch am Anfang beschreibt der Erzähler, dass er der Angst entkommen ist. Er hat sich von seinem Schreibtisch losgerissen und geht durch Göttingen. Er schaut in der Höltystube vorbei, einem bekannten Göttinger Antiquariat, redet mit diesem und jenem und ist frohen Mutes.
Der Erzähler nennt keinen Grund, aber so plötzlich, wie seine Angst verflogen ist, kommt sie auch wieder zurück. Auf einer Fahrt nach Münster wird sein Auto durchsucht. Er wird angerufen, aber wenn er abhebt, antwortet niemand. Er meint Autos zu sehen, die ihn überwachen. Sogar bei einem Spaziergang in der Nähe von Reyershausen entdeckt er ein Auto, das ihm zu folgen scheint.
Außerdem quälen ihn böse Träume. Einmal träumt er, dass er in Steinheim ist und an einem Morgen, als er zurückkommt, seine Reifen zerstochen sind und ein Mann aus einem Auto, das in der Nähe parkte, all seine Manuskripte, an denen er geschrieben hatte, ohne ein Wort zu sagen mitgenommen hatte...
Gleich danach beschreibt er, wie ein Nachbar ihm einen Brief schickt, in dem er berichtet, dass er abgehört werde.
Dann vergleicht der Erzähler seine Angst vor einer Durchsuchung mit einem Jugenderlebnis in der sächsischen Schweiz. Damals saß er auf einem Felsen, der hoch über den Wald ragte, um sich zu sonnen, als plötzlich der Überschallknall eines Flugzeugs den Felsbrocken zum Vibrieren brachte.
Als nächstes ist der Erzähler auf einer Podiumsdiskussion, auf der über Zensur in Deutschland diskutiert wird. Mit vielen anderen unterschreibt er eine Resolution gegen Zensur, die mit einem dubiosen "Mescalero" in Verbindung zu stehen scheint, der einige Tage später polizeilich gesucht wird. Doch die Wohnung des Erzählers wird nicht durchsucht.
Seine Angst steigert sich noch weiter, als er erfährt, dass einer der regelmäßigen Besucher seines Lieblingsantiquariats angeblich vom Verfassungsschutz sein soll.
Der Erzähler beginnt einen Briefwechsel mit einem alten Professor aus dem Ostviertel. Der beweist ihm, dass alles, wie positiv oder negativ es nun wirklich ist, gegen einen aus gelegt werden kann, wenn man es nur richtig formuliert.
Er hält die Belastung nicht mehr aus. Er setzt sich ins Auto und fährt einfach los, bis er am Abend in einem Hotel im Mittelgebirge übernachtet. Dort erinnert er sich an einen Sommer seiner Kindheit.
Er erzählt von der schlechten Ernte - wie wenig zu essen sie damals hatten und wie sie versuchten den Wald zu löschen, der aber trotzdem abbrannte. Wie er ihn jenen Sommer mit seinen Freund verbrachte und dem Erwachen ihres Interesses an Sexualität. In diesem Sommer sterben auffällig viele Menschen. Zuerst der Vater seines Freundes. Danach werden sein bester Freund und ihre Mutter vergiftet aufgefunden, nachdem herauskam, dass sie ein Verhältnis mit dem Musiklehrer hatte. Als letztes stirbt der Großvater des Erzählers.
Kurz nachdem der Erzähler wieder zu Hause ankommt, wird sein Haus tatsächlich von der Polizei durchsucht.


18. Kapitel<<           Übersicht            >>20. Kapitel

[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20]

Zur Person: [Biographie] [Fotos/Bilder] [Interview]
Werke: [Hörspiel] [Gedichte] [Erzählung] [Film]
"Nördlich..." [Einleitung] [Kapitel] [Rezensionen] [60er Jahre] [70er Jahre] ["Pitaval"]
Variationen: [Unsere Texte]
Projekt: [Impressum]