Jetzt war Eduard ganz entwurzelt. Vergessen Charlotte, vergessen Berlin. Der König, wer war das. Er zog landauf, landab. Ohne Scheu ging er mitten durch die Dörfer. Es gab zwar Blumen vor den Fenstern, aber die Strohdächer waren verrottet. Egal. Was interessierte ihn das noch. Was konnte ihm jetzt noch passieren. Ohne Haß, ohne Liebe, war er ein umherstolpernder Automat, den man einmal aufgezogen hatte, der ablaufen mußte, der nur nach Befriedigung seiner Bedürfnisse einfachster Art verlangte und auf ganz verschiedene Anstöße und Reize immer nur die gleiche Antwort geben, die gleiche Reaktion hervorbringen konnte. Die Tat. Die Tat. Einen der Millionen Tode. Von einem Zimmer ins andere. Aber der Zusammenhang war ihm verlorengegan­gen. Folglich erschlug er am 28. Mai den Freiherrn Dirschau. Der Besitzer des Gutes Hohenziethen hatte ihn nachts beim Einbruch im Arbeitszimmer überrascht. Drei Wochen später wurde auf Dertzow der Haushälterin die Kehle durchge­schnitten. Wieder war Eduard der Täter. Dann kam der Mord im Polizeihaus von Stölpchen. Dort wohnten der Gendarm Brand, dreiunddreißig Jahre, seine Frau Eise, neun­zehn Jahre, und ein zweijähriges Kind.

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