Ich will Kaspar ins Gesicht sehen und erkenne Eduard. Er sagt irgend etwas, dann fahren wir lange, er schweigt, ich schweige, dann leise Worte von seiner Seite, gelöst, sanft, eine Flut von Worten, wie ein zartes feines Gewebe, und die Form, die Falten sind, wie ich sie mir schon immer gewünscht habe, so schön, so leicht, und in ihrer Schönheit doch von großem Gewicht, zwingend. Was er sagt, ist die Geschichte, die ich schreiben will, Wort für Wort, Satz für Satz, das weiß ich genau, aber ich kann ihn nicht verstehen, es bleibt unklar, was er meint, ich muß wissen, wovon seine Erzählung handelt, ich umklammere seine Schultern und schüttele ihn und werde selbst geschüttelt, er gurgelt und röchelt und kämpft um Luft, und ich gurgele und röchle auch und kämpfe wie er um Luft und reiße am Kragen und fühle schon ganz deutlich, daß ich wieder allein bin, mein eigener Passagier, und nie hören, schreiben werde, was er hätte sagen können. Später die vielen Versuche, selbst zu sprechen. Aber mit welchem Ergebnis.

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