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Ein Interview mit Heike Ellermann

Red Line

Unsere Fragen an Frau Ellermann

Expertengruppe im Gespräch mit Frau Höfler (Stadtbücherei) und Frau Ellermann (Autorin), Stadtteilbücherei Flötenteich am 14.2.2003

Interviewfoto

Max: Ist Heike Ellermann Ihr richtiger Name? Oder haben Sie einen Künstlernamen?

Frau E.: Ich heiße eigentlich Heike Bürger-Ellermann, ich habe einen Doppelnamen. Aber meine Bücher sind alle unter „Heike Ellermann“ erschienen. Deswegen sage ich auch eigentlich immer: „Ich bin Heike Ellermann“, weil das kürzer ist. Einen Künstlernamen habe ich also nicht. Manche Autoren heißen ganz anders als sie in Wirklichkeit heißen. Oder wüsstest du einen schönen Künstlernamen für mich?

Marina: Wie viele Bücher haben Sie denn schon geschrieben oder gemalt?

Frau E.: Die blaue Maschine ist mein 10. Buch gewesen und jetzt habe ich gerade mein 11. Buch fertig gemacht. Das kommt im Herbst raus, auch im Lappan-Verlag. Das Buch wird heißen „Der dritte Bär“ und dann hab ich eins, wo ich gerade dabei bin, das ist aber ein Buch bei dem ich wieder nur die Bilder gemalt habe. Es kommt dann im nächsten Jahr raus und heißt „Der Sonnenmann“.

Marina: Waren das alles Kinderbücher? Wie hießen die?

Frau E.: Ja, das waren sogar alles Bilderbücher könnte man sagen, weil das ja Bücher sind für kleinere Kinder, für Grundschulkinder, für Kinder im ersten Lesealter. Soll ich die jetzt alle der Reihe nach nennen, ja? Das hattest du doch vorhin gefragt. Ja, ich glaube, ich kriege das hin. Ich sag sie einfach so hintereinander weg, die Titel: „Ein Brief in der Kapuzinerkresse“, „Papiervogel flieg“, „Der rote Faden“, „Die Geisterbahn“ oder „Der Heimweg im Nebel“, „Malte im Moor“, „Geheimplan K. K.“, „Die Puppe Bella“, „Passwort Zauberstein“, „Die blaue Maschine“ und das, was jetzt fertig wird: „Der dritte Bär“ und „Der Sonnenmann“.

Juliane: Wie kamen Sie auf die Idee Bücher zu schreiben?

Frau E.: Angefangen hat es eigentlich mit einer Idee für ein Buch und das war die Idee für das erste Buch „Ein Brief in der Kapuzinerkresse“. Da hatte ich mal diese Idee mit der Schnitzeljagd und mit den Zetteln, die Kinder verstecken. Ich habe eigentlich nie gedacht, dass daraus mal ein richtiges Buch werden würde. Aber irgendwann habe ich es doch mal ganz fertig gemacht, Bilder und auch den Text, und habe das dann eingereicht für den Oldenburger Kinderbuchpreis und habe da den Preis bekommen, den Oldenburger Kinderbuchpreis. Dann habe ich ganz schnell einen Verlag bekommen und zwar einen recht bekannten Verlag. Das Buch ließ sich auch ganz gut verkaufen und mir hat es Spaß gemacht ein Buch zu machen. Danach kam eigentlich die zweite Idee. Und dann kam das zweite Buch raus „Papiervogel flieg“ und dann ging das eigentlich immer so weiter. Obwohl ich gar nicht dachte, dass ich als Hauptberuf mal Autorin sein würde, ist das einfach so gekommen.

Juliane: Haben Sie schon immer Bücher erfunden oder haben Sie erst einen anderen Beruf gelernt?

Frau E.: Von der Ausbildung her war ich mal Lehrerin, aber das ist schon ganz lange her. Ich war auch gar nicht so ganz lange im Schuldienst, ich war dann danach für Erwachsene Lehrerin an der Volkshochschule in Oldenburg. Dann habe ich aber, als ich mit den Büchern anfing, irgendwann meinen Beruf aufgegeben als Lehrerin und als Pädagogin und habe dann Autorin und Illustratorin zu meinem Hauptberuf gemacht. Ich denke mal, da ist auch genug zu tun, wenn man diesen Beruf hat, weil das ja gar nicht so einfach ist, auf eine Idee zu kommen und dann die passenden Bilder dazu zu malen. Das kann man, glaube ich, auch nur machen, wenn das der Hauptberuf ist und man nicht noch einen anderen Beruf daneben hat.

Chris: Wie lange dauert es, bis ein Buch fertig ist?

Frau E.: Das war bei den einzelnen Büchern immer ganz unterschiedlich. Ich glaube, das schnellste Buch war wirklich das von der blauen Maschine. Als ich da nämlich die Idee hatte mit den Tieren und als die Maschine in meinem Kopf und natürlich auf dem Papier war, da hatte ich das Buch dann auch in einem Vierteljahr fertig gemalt und auf dem Papier. Bei anderen Büchern, z. B. beim zweiten Buch, „Papiervogel flieg“, da hat es - glaube ich - fast 2 Jahre gedauert, bis das Buch rauskam. Ich hatte da zuerst noch keinen Verlag. Das war schwierig. Also es ist immer sehr unterschiedlich, wie lange die Bücher dauern. Und wenn ich die Texte nicht selber schreibe, sondern nur die Bilder zu einem Buch mache, dann habe ich natürlich nicht die ganze Arbeit mit dem Ausdenken der Geschichte, dann ging es meistens etwas schneller. Bloß da ist das Problem natürlich, dass ich dann die Bilder zu der Geschichte passend machen muss. Das ist dann ja nicht meine eigene Geschichte. Dann muss ich mir also ganz neu was überlegen für die Bilder zu der Geschichte, die sich ja jemand anders ausgedacht hat.

Chris: Wie heißt Ihr nächstes Buch?

Frau E.: Es heißt „Der dritte Bär“. Das ist eine Geschichte von drei Teddybären, eigentlich für kleinere Kinder, Kindergarten, 1. oder 2. Klasse. Zwei braune Bären und ein Pandabär, die spielen da die Hauptrollen. Ihr könnt euch denken, was die beiden braunen Bären sagen, als der Pandabär plötzlich auf den Dachboden kommt. Den gucken sie sich so an und den finden sie irgendwie sehr seltsam, weil der ja ganz anders aussieht als sie selber. Und Panda, den Namen finden sie auch sehr seltsam. Da geht es nicht so nett zu auf dem Dachboden, weil die braunen Bären nämlich den Pandabären nicht da haben wollen. Das will ich aber noch nicht verraten, wie die Geschichte ausgeht.

Marina: Was ist denn Ihr Lieblingsbuch von Ihren eigenen Büchern?

Frau E.: Das ist immer ganz schwer zu sagen, das Lieblingsbuch von den eigenen Büchern. Erst mal sind die Bücher ja für eine unterschiedliche Altersstufe. Aber im Augenblick, na rate mal welches ich am liebsten vorlese? „Die blaue Maschine“, weil ich ja schon immer weiß, das finden die Kinder ganz gut und wenn ich dann den RAP singe und die Kinder den RAP mit mir singen, das kommt schon immer ganz gut rüber. Wenn die dann schreien „Zugabe, Zugabe“, dann kommt man sich fast vor wie Tina Turner.

Marina: Was ist Ihr Lieblingsbuch von anderen Autoren?

Frau E.: Das kann ich ganz schlecht sagen. Ich lese sehr gerne Bücher von meinen Kolleginnen und Kollegen, denn ich kenne natürlich ganz viele Autoren und möchte dann auch wissen, was die geschrieben haben. Das mache ich z.B. oft, dass ich in die Bücherei gehe und mal gucke, was derjenige geschrieben hat, den ich kennengerlernt habe, so bei einer ganzen Woche Lesung. Aber jetzt ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsautor zu nennen, das ist ganz schwierig zu sagen. Ich lese sehr viele Kinder- und Jugendbücher, aber natürlich auch Bücher für Erwachsene. Aber auch da könnte ich keinen Lieblingsautor nennen.

Max: Vielen Dank für dieses Interview.

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