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Schon beim ersten Blick auf die Straßenliste mit den Benennungsdaten fällt auf, dass es in Lüneburg erst seit Beginn des 20.Jahrhundert überhaupt Dichterstraßen gibt.

Die älteste Dichterstraße in Lüneburg ist nach Informationen aus dem Buch "Die Straßennamen Lüneburgs" von Wilhelm Reinecke, das uns das Kulturamt der Stadt Lüneburg zur Einsicht zur Verfügung gestellt hat, die Schillerstraße. Hierzu schreibt Reinecke: " Die Schillerstraße ist westlich der "Wilhelm-Raabe-Schule" gelegen. Ihre Benennung erhielt sie laut Beschluss der städtischen Kollegien vom Januar 1907 in Erinnerung an das Schiller-Gedächtnis-Jahr von 1905."

Erst 1910 wurde eine weitere Dichterstraße benannt und zwar nach Julius Wolff. Dazu steht bei Reinicke folgend Erklärung: "Laut Beschluss der städtischen Kollegien vom 5. Juli 1910 Name für die neu angelegte Straße unterhalb der Bastion, von der Hindenburgstraße ab in östliche Richtung zu den Anlagen in der Niederung, um das Andenken des im genannten Jahr am 3. Juni in Charlottenburg entschlafenen, um Lüneburg verdienten Dichters des Romans "Der Sülfmeister", erschienen 1883, dauernd zu ehren. Julius Wolff hat das Licht der Welt erblickt in Quedlinburg am 16. September 1834; sein Lüneburger Roman ist in unzähligen Auflagen erschienen."

Erst aus dem Jahr 1942 wurde die dritte Dichterstraße in Lüneburg benannt, und zwar Speckmannweg. Reinecke schreibt hierzu: "..benannt nach Dietrich Speckmann, Heidedichter und Pastor, geboren 1872 zu Hermannsburg, gestorben 1928 (Druckfehler, denn er starb erst 1938) in Fischerhude bei Bremen. Diese Straße führte bis zum 15.5.1942 die Bezeichnung "Bei den Eigenheimen" nach der im Jahre 1919 gegründeten Gemeinnützigen Eigenheim-Genossenschaft."

Die Benennungen nach dem 2.Weltkrieg fallen in drei großen Schüben in die 50er Jahre, und zwar in die Jahre 1951, 1954, 1955, und enden - mit Ausnahme der erst neuerdings am Universitäts-Gelände entstandenen Heinrich-Böll-Straße - mit dem Jahr 1960.

Da Herr Reinecke 1952 verstarb und sein Buch seither nur in knapper Form ergänzt wurde, finden sich darin zu diesen Straßen meist nur das Datum der Benennung und Hinweise auf die Lebensdaten der Dichter.
Eine Ausnahme bildet die Eintragung zur Heinrich-Heine-Straße, zu der erklärt wird: "Heinrich Heine, dessen Eltern 1822-1828 Am Ochsenmarkt 2 (Heine-Haus) wohnten, weilte in diesen Jahren häufig in Lüneburg. Hier entstanden auch einige seine bekanntesten Lieder. Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Lüneburger Stadtsekretät Dr. Rudolf Christiani."

Beim Blick auf die Lüneburg-Karte stellt man fest, dass die Dichterstraßen nicht nur in zeitlichen "Schüben" entstanden sind, sondern auch räumlich "geballt" liegen. Mit Ausnahme weniger Einzelstraßen lassen sich die Dichterstraßen zwei großen Dichtervierteln, nämlich dem im "Roten Feld" und dem in "Lüne-Moorfeld" (vergleiche Karte).


Bei genauerer Durchsicht der Namensliste ergeben sich folgende Beobachtungen:

- nur eine Frau ist unter den immerhin 38 Namensgebern und Namensgeberinnen vertreten
- alle Dichter/innen waren zum Zeitpunkt der Straßenbenennung bereits verstorben
- viele der Dichter/innen waren im nord- und ostdeutschen Raum beheimatet
- der überwiegende Teil von ihnen lebte im 18. und 19.Jahrhundert


Nicht für alle Beobachtungen haben wir eindeutige Erklärungen erhalten bzw. finden können. Bei einem Besuch im Kulturamt der Staft Lüneburg, in dessen Aufgabenbereich auch die Straßenbenennung fällt, haben wir aber erfahren, dass in Lüneburg Straßen grundsätzlich nur nach verstorbenen Personen benannt werden. Das ist so, weil die Stadt dann sicher ist, dass sie nichts mehr tun werden, was dazu führen müsste, dass ihnen die Straße sozusagen wieder "aberkannt" werden müsste.
 

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