Weimar 1776 - 1803

Am Abend des 2. Oktober 1776 kam die Familie Herder in Weimar an. Hier fanden sie bald einen neuen Freundeskreis. Die häufigsten Gäste waren Goethe und Wieland. Das Ehepaar Herder bekam zu den ersten beiden, in Bückeburg geborenen Söhnen in den nächsten Jahren noch fünf Jungen und ein Mädchen.

Karoline Herder mit ihren vier Söhnen

Für Herder wurde seine große Familie, obwohl er sie liebte, immer mehr zur Belastung. Außerdem plagte ihn weiterhin sein Augenleiden. Beides trug dazu bei, dass sich Herders Stimmung mehr und mehr verdüsterte. Er empfand bald auch Weimar als Enttäuschung, zumal der Landesherr kein Interresse an religiösen und kirchlichen Fragen zeigte.

1788/89 verwirklichte Herder endlich seine seit langem geplante Italienreise. Sie war die Flucht aus der Verbitterung des Weimarer Alltags. Während  Herders Abwesenheit kümmerte sich Goethe um die Bildung von Herders Kindern.

Scherenschnitt von Goethe

1802 verlieh der bayerische Kurfürst Herder den erblichen Adel. Herder stürzte sich mit ungebrochenem Eifer von einer Arbeit in die andere, u. a. entstanden eine umfangreiche Sammlung " Volkslieder " und der " Cid " , der zwei Jahre nach seinem Tod erschien.

Bis zu seinem Tode am 18. Dezember 1803 arbeitete er ohne Pause. Goethes letzte Begegnung mit Herder endete mit dem Abbruch der Beziehungen. Herder hatte sich über ein goethesches Werk in so kritischer und verletzender Weise geäußert, dass Goethe ihn gekränkt verlassen hatte.

 letztes Bild Herders.....

Goethe sagte nach dem Tode Herders: "Schon drei Jahre hatte ich mich von ihm zurückgezogen, denn mit seiner Krankheit vermehrte sich sein mißwollender Widerspruchsgeist und überdüsterte seine unschätzbare, einzige Lebensfähigkeit. Man kam nicht zu ihm, ohne sich seiner Milde zu erfreuen, man ging nicht von ihm, ohne verletzt zu sein."

Am 21. Dezember 1803 wurde Herder in der Stadtkirche von Weimar unter der Beteiligung von tausenden beigesetzt.