Herder über sich (Lebenslauf in Kürze)

 

Ich, Johann Gottfried Herder, wurde am 25. August 1744 in Mohrungen in Ostpreußen geboren. Heute heißt diese Stadt Morag und gehört zu Polen.

Das Bild zeigt mein Geburtshaus.

 

1762, als ich 16 war, kam ich nach Königsberg. Eigentlich wollte ich Chirug werden, doch dann entschied ich mich für das Studium der Theologie und Philosophie. Mein berühmtester Lehrer war Kant. Neben meinem Studium unterrichtete ich in Königsberg an einer Lateinschule.

1764 wurde ich Prediger und Lehrer an der Domschule in Riga. In dieser Zeit entstanden meine grössten Werke, u. a. ein Aufsatz über Thomas Abbt.

Später errichtete man mir zu Ehren dieses Denkmal.

1769 begann ich eine längere Reise durch die Länder Frankreich, Belgien und Holland. Um Geld zu verdienen, nahm ich ein Angebot des Fürstbischofs von Lübeck an. Ich nahm seinen Sohn, den Erbprinzen, als Begleiter durch Europa mit. Dieser enttäuschte mich sehr. Daher war ich froh, als ich 1770 diese Aufgabe in Straßburg beenden konnte.

 

In Straßburg lernte ich den jungen Goethe kennen. Er besuchte mich oft und wir schlossen Freundschaft.

Inzwischen hatte ich das Angebot des Grafen Wilhelm zu Schaumburg- Lippe angenommen, in Bückeburg eine Stelle als Konsistorialrat und Oberpfarrer anzutreten. Von 1771 bis 1776 wohnte ich in Bückeburg, seit 1773 zusammen mit meiner Frau in einem schönen Haus, in dem unsere ersten beiden Kinder geboren wurden.

Durch die Vermittlung meines Freundes Goethe nahm ich am 1. Oktober 1776 eine Stelle in Weimar an. Dort lebte ich mit meiner grossen Familie - wir hatten sieben Jungen und eine Tochter - bis zu meinem Tode am 18. Dezember 1803.