Besucher im Herderhaus

Im Haus an der damaligen Wallstraße gingen viele Gäste ein und aus, mit denen Herder auch in regem Briefkontakt stand. Wohl der liebste seiner Besucher war der Dichter Matthias Claudius aus Hamburg, der Herausgeber der Wochenschrift "Wandsbeker Bote". Herder lieferte  ihm auch Beiträge für diese Zeitung.

Matthias Claudius

Den Briefen zwischen Herder und Claudius lagen häufig kleine Bildnissilhouetten von Angehörigen ihrer Familien bei. Es war damals modern, Schattenbilder  machen zu lassen, die man gern verschenkte. Im Frühjahr 1775 hatte Claudius solche Bilder von den Herders erhalten. Prompt kündigte Claudius den Bückeburger Freunden ein entsprechendes Gegengeschenk an. Wenig später folgte die Mitteilung: "Die Fratzengesichter kommen noch nicht. Wir haben gestern abend gezeichnet und gezirkelt, können aber die Nase nicht stillhalten, und die Figur hat gar kein menschliches Ansehen gehabt. Sobald einer ankommt, der das Abzeichnen versteht, sollen sie nach Bückeburg übermacht werden."

 

Rebecca Claudius

Auf ihrer Durchreise nach Darmstadt kam die Familie Claudius im März 1776 zu den Herders nach Bückeburg. Matthias und Rebecca Claudius mit ihren zwei Kindern wurden hier begeistert aufgenommen. Rebecca Claudius bedankte sich später in einem Brief: "Ich sage Ihnen nun herzlichen Dank für die sieben guten Tage, die Sie uns in Bückeburg gemacht haben. Sie waren so gut, daß ich sie nicht vergessen werde."