Wolfgang Kaven:

Ein Portrait

Wolfgang Kaven, der berühmte Schauspieler und Rezitator, hat sich jüngst mit der ersten vollständigen Lesung von Nicolas Borns Roman "Die Fälschung" bei vielen kulturbegeisterten Wendländern einen Namen gemacht. Seinen Lebensweg und sein berufliches Schaffen fasst nun ein Porträt zusammen.

Geboren wurde Kaven 1940 in der Hansestadt Hamburg. Dort widmete er sich dem Journalismus, bis er 1963 anfing, sich außerdem in schauspielerischen Kreisen zu beschäftigen. Es begann mit Theaterrollen unter anderem in Gießen, Coburg, Luzern, Bonn, Dortmund und Lübeck, bis er 1973 ans Thalia-Theater in Hamburg gelangte und dort mehrere Jahre in vielen Aufführungen mitspielte.

 

 

Seine Einstandsrolle dort war die des Edward IV. in dem von Hans Hollmann inszenierten Stück "Richard III.", in dem damals Boy Gobert die Hauptrolle spielte.

Es folgten neben vielen anderen Engagements mehrere Stücke vom Regisseur Jürgen Flimm; als Beispiele wären zu nennen Harvarths "Geschichten aus dem Wiener Wald" oder "König Wentzel".

1976 wechselte Kaven schließlich die Stätte seines Schaffens und gelangte zum Deutschen Schauspielhaus Hamburg, wo eine intensive Zusammenarbeit mit Giorgio Strehler begann, auf die er bis heute als "prägende Theaterarbeit" zurückblickt. Unter anderem überzeugte er in der Rolle als Arbeitsloser in Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" hervor.

1980 suchte Kaven nach neuen Herausforderungen und verließ die Bühne, um sich fortan verschiedenen Aufgaben in Funk und Fernsehen zu widmen. Als TV-Sprecher leiht er seine markante Stimme zahllosen Beiträgen und Dokumentationen aus dem kulturellen, gesellschaftspolitischen und zeitweise satirischen Bereich, so auch für das NDR-Magazin "Extra Drei".

 

Im Radio war und ist er in Hörspielen, Features und Reportagen (z.B. "Zwischen Hamburg und Haiti") präsent; gelegentlich ist er als Moderator im Klassik-Panorama auf N3 zu hören.

Seit 1988 widmet er sich auch als Schauspieler verstärkt Auftritten in diversen Fernsehproduktionen und wirkte in mehreren Spielfilmen ("Affäre Nachtfrost", "Strohms Partner", "Ein Engel auf St. Pauli" und in Volker Schlöndorffs Born-Verfilmung "Die Fälschung" von 1981) sowie in einigen Serien ("Großstadtrevier", "Die Männer vom K3", "Ein Heim für Tiere", "Wolffs Revier", "Mordkommission", "Tatort", "Leib und Seele") mit. In letzterer hatte er von 1988-92 eine durchgehende Rolle.

 

 

Jedoch widmet er sich auch immer wieder gern einem völlig anderen Medium, der literarischen Lesung. Vorwiegend ist er diesem liebgewonnenen Hobby in der Zentralbibliothek und dem Literaturhaus in seiner Heimatstadt Hamburg nachgekommen. Das Repertoire der von ihm gelesenen Autoren umfasst namhafte Schriftsteller wie Goethe, Brodsky ("Ufer der Verlorenen"), Cees Nooteboom ("Der Umweg nach Santiago"), Robert Walser ("Der Spaziergang"), Heimito von Doderer, Bohumil Hrabal und Krachtowil sowie eine kleine Anzahl arabischer Autoren aus dem Iran, dem Irak, Libyen und Syrien.

2001 war ein ereignisreiches Jahr für Wolfgang Kaven: Nach seinem Umzug von Hamburg ins wendländische Gusborn bot er vom 14. 10.bis zum 16. 12. an zehn aufeinander folgenden Sonntagen interessierten Zuhörern am Künstlerhof Schreyahn die erste vollständige Lesung von Nicolas Borns Roman "Die Fälschung". Danach war er jedes Mal zu einem offenen Gespräch mit allen Anwesenden bereit.

Doch es zieht ihn noch immer zurück an seinen Geburtsort: Im Dezember 2001/Januar 2002 las er für die Literatur-Event-Agentur "LeS ArT" in Hamburg Bernard Malamuds "Ein Engel namens Levine".

 

( offizielles Plakat zur Kaven-Lesung )

Video zur Lesung (37,2MB)...