Bruno Ganz

 

Der Schauspieler Bruno Ganz wurde am 22.3.1941 in Zürich, Schweiz, geboren. Er brach sein Abitur ab, um am Zürcher Bühnenstudio eine Ausbildung zum Schauspieler zu machen. 1960 hatte er mit 19 Jahren bereits die erste Rolle in Karl Suters "Der Herr mit der schwarzen Melone". Nach zwei Jahren ging er jedoch 1962 schon nach Göttingen ans Junge Theater. Dort arbeitete er unter der Regie von Heinz Hilpert. Von 1964 bis 1969 war er in Bremen im Bremer Ensemble tätig und überzeugte dort in Inszenierungen von Kurt Hübner und Peter Zadek. "Zadek war jemand, der von einem Sachen haben wollte, die nur mit der privatesten Realität von Leuten, die 1964 vierundzwanzig Jahre alt waren, etwas zu tun hatten", sagte Bruno Ganz über Zadek. Doch richtig bekannt wurde Ganz durch seine Zusammenarbeit mit Peter Stein. Mit dem Berliner Schaubühnenensemble ist Ganz in Steins legendärer Verarbeitung des Torquato Tasso zu sehen, das sich zum Ursprung des Ensembles entwickelte.

Dadurch wird Ganz als Tasso zum Star einer neuen Generation von Theatermachern. Sein künstlerisches Motto lautete: "Ich will das, was ich mir in diesen vielen Stunden vorgestellt habe Ė nicht nur, was meine Figur betrifft -, durchsetzen. Wenn man mich daran hindert, dann kämpfe ich."

Als hervorragender Interpret gehört Ganz neben Jutta Lampe und Otto Sander von 1971 bis 1975 zum Ensemble am Halleschen Ufer. Dieses Ensemble avanciert in dieser Zeit zum Mittelpunkt der europäischen Theaterszene. Doch trotz aller Erfolge auf der Bühne verlässt Ganz nach vier Jahren das Theater. Auf der Bühne fühlte er sich "eingeklemmt". "Ich hatte diesen Traum vom Kino und ich wollte das auch machen." Ab 1975 arbeitete er also fast ausschließlich nur noch vor der Kamera. Man stritt sich darüber, ob Ganz der bessere Theaterschauspieler oder der begabtere Filmdarsteller war. Ganz selbst wollte sich darauf jedoch nicht festlegen lassen. 1981 war er in der Romanverfilmung "Die Fälschung" von Nicolas Born unter der Regie von Volker Schlöndorff als intellektueller Kriegsreporter namens Georg Laschen, der mehr Probleme mit seiner eigenen Familie hat, als mit der Kriegsreportage, zu sehen. 1982 kehrte er jedoch als Gast an die Berliner Schaubühne in der Inszenierung von "Hamlet" unter Klaus Michael Grübers zurück und übernahm dort die Titelrolle. Noch einmal unter der Regie von Peter Stein ist er 1985 in Botho Straußí "Im Park" als Oberon zu sehen. Bei den Salzburger Festspielen war er in Peter Handkes Neubearbeitung der Aischylos-Tragödie "Der gefesselte Prometheus" zu sehen. Im Fernsehen ist er dem TV-Zuschauer durch Filme wie "Väter und Söhne" (1986) und dem TATORT "Schattenwelt" (1996) ein Begriff geworden. 1996 wurde ihm der Iffland-Ring im Wiener Burgtheater überreicht.

"Dieser Ring hat mich stabilisiert. Ich bin seither nie mehr in solche Selbstzweifel und andere Löcher versunken wie früher", sagte Ganz, und Josef Meinrad betitelte ihn schon testamentarisch als seinen Nachfolger.

Ganz erhielt noch eine Reihe weiterer Preise für hervorragende schauspielerische Leistungen, unter anderen:

1991 Hans-Reinhart-Ring der Schweizer Gesellschaft für Theaterkultur

1998 Bremer Filmpreis

Momentan ist Bruno Ganz in Peter Steins 22-stündiger Inszenierung von Goethes "Faust I und II" als Faust zu sehen.

Den ganzen Erfolgen trotzend ist Bruno Ganz sehr selbstkritisch geblieben und arbeitet hochprofessionell genau. Doch über seinen Erfolg in "Himmel über Berlin" sagte er jedoch in einem Interview:

"I watched it and thought to myself: itís not bad, itís OK."

Quellen:

http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=bruno_ganz

http://www.dem.de/entertainment/stars/b/bruno_ganz.html

http://imv.au.dk/publikationer/pov/Issue_08/section_1/artc4A.html