Ein Freund und Wegbegleiter Nicolas Borns:

Der Autor Hans Christoph Buch

Lebenslauf

H.C. Buch wurde am 13.04.1944 in Wetzlar geboren. In dieser Stadt wuchs er jedoch nur zeitweilig auf, da sein Vater Angestellter der deutschen Botschaft war und er deshalb mit seiner Familie einige Male umzog.1963 machte Buch sein Abitur am Beethovengymnasium in Bonn. Im gleichen Jahr fing er an Germanistik und Slawistik in Bonn zu studieren, dies brach er aber schon 1964 ab, um in Berlin weiter zu studieren. Im Jahre 1967 war er Stipendiat des Writers' Workshop der University of Iowa /USA. 1972 wurde er Gastprofessor an der University of California und trat in den neu gegründeten Verband deutscher Schriftsteller ein, den er im Jahre 1986 verließ. Nur drei Jahre später bekam Buch einen Lehrauftrag an der Universität in Bremen. In den kommenden Jahren arbeitete Buch noch an einigen Universitäten in Deutschland und der USA. Sein fester Wohnsitz war ab 1963 in Berlin, sowie ab dem Jahr 1972 im niedersächsischen Wendlanddorf Kacherien-Langendorf (Kreis Lüchow-Dannenberg).

H.C. Buch & N. Born

Schon während seines ersten Jahres in Berlin lernte Buch Nicolas Born kennen. Born wurde am 4.11.1963 vom Literarischen Kolloquium nach Berlin geladen, um an einem Seminar teilzunehmen. Dort begegneten sich die beiden Schriftsteller das erste Mal. Wie Buch später auch niederschrieb, war er überrascht "wie sehr Born von seinem angestammten Milieu geprägt wurde", dem Ruhrgebiet. Seit diesem Treffen arbeiteten die beiden Autoren einige Male zusammen; natürlich während, aber auch nach dem Seminar. Ihre Freundschaft entwickelte sich später immer mehr, da sie sich 1972 beide entschieden ins niedersächsische Wendland zu ziehen. Dort sagten sie der Atomindustrie in Gorleben den Kampf an, was sie zusätzlich verband. Nach zwölfjähriger guter Freundschaft war schließlich der Punkt gekommen, dass erste kleine Meinungsverschiedenheiten sie auseinander brachten und sie deshalb im Streit voneinander gingen. Sie hatten sich vor Borns Tod "nicht versöhnt", dies ist auch der Titel von Buchs Erinnerungsaufsatz über Born (1987).

H.C. Buch & das Wendland

Genau wie andere Schriftsteller und Künstler dieser Zeit war Buch begeistert von dem Wendland und kaufte sich dort ein Haus. Dies tat er eigentlich, um dort in Ruhe einen Roman zu schreiben. Doch so, wie es geplant war, verläuft es nicht, denn Buch verliebt sich in eine junge Frau aus der Bürgerinitiative während des Beginns der Auseinandersetzungen um die atomare Endlagerungs- und Wiederaufbereitungsanlage Gorleben. Buch war nun direkt am Geschehen dabei, er plante Kundgebungen und war mitten im Widerstand und trotzdem nahm er sich noch genug Zeit für das "Schreiben". Während dieser Monate schrieb H.C. Buch sein Tagebuch über den Widerstand und das Wendland. Er veröffentlichte seine Notizen später unter dem Namen "Bericht aus dem Inneren der Unruhe. Gorlebener Tagebuch" (1979), aus dem auch dieses Zitat über eine Rede Borns auf einer Kundgebung stammt " ...gab das Mikrofon an Nicolas weiter, der mit zitternder Stimme seinen in der Nacht zuvor geschriebenen Text ablas. >Wer uns entsorgen will, den werden wir still legen<, hieß der erste Satz ...".

Der Künstler und Bornfreund Uwe Bremer

Lebenslauf

U. Bremer wurde am 16.02.1940 in Bischleben bei Erfurt geboren.1945, während des Krieges, wurde sein Vater vermisst gemeldet. Die Familie zog 1949/50 über Berlin nach Hamburg um.1957 brach Bremer seine Schulzeit ab und ging bis 1960 an die Kunstschule Alsterdamm in Hamburg. Nach zwei Jahren Holzfällen in Schweden zog er nach Berlin, wo er auch ein Jahr später seine erste Einzelausstellung hatte. 1964 wurde U. Bremer Mitglied der Werkstatt Rixdorfer Drucke, in der auch seine Bücher, Bilderbogen, Flugblätter und Plakate ausgestellt wurden. Im Jahre 1970 erwarb Bremer ein Sommerhaus in Groß Heide, im niedersächsischen Wendland. Schon ein Jahr später zog er wieder um: in das "Alte Schloß" in Gümse wenige Kilometer von Groß Heide entfernt. Die Werkstatt Rixdorfer Drucke wurde im Jahre 1974 nach Gümse verlegt, wo einige Jahre später 1985 der "Gümser Gipfel" stattfand, zu dem unter anderem Willy Brandt und Gerd Schröder kamen. Im Jahre 1988 gründete Bremer mit einigen anderen Künstlern den "Westwendischen Kunstverein". Bremer verdient sein Geld auch als Lehrer an der Internationalen Sommerakademie für Kunst in Salzburg. 1995 war Bremer aber auch Lehrer während des Schwäbischen Kunstsommers im Kloster Irrsee.

U. Bremers Abschied von N. Born

Mit dem Kunstwerk "Elbholz für N." nahm Uwe Bremer Abschied von Born. Die Radierung zeigt einen dreidimensionalen Raum, in dem zwei blätterlose Bäume aus dem Elbholz ragen, so dass man beim Betrachten das Gefühl hat, selber im Elbholz zu stehen. Rechts unten vor dem Raum ist das Profil des Gesichtes von Nicolas Born.Oben links ist Born nochmals abgebildet mit hochgeschlagenem Jackenkragen. Auch Zitate aus Borns Gedicht "Ein paar Notizen aus dem Elbholz" sind handschriftlich eingearbeitet, wie zum Beispiel "Alles nicht aus Ideen gemacht, schwarzes nasses Geäst der geschmähten Eichen rumpelt am Himmel". Das "N" in der Wolke und das "B" unter dem Bildtitel stehen für Nicolas Born, sie stellen auch den Bezug vom Himmel zur Erde her. Die Radierung ist in verschiedenen Brauntönen gearbeitet, die der Darstellung mehr Ausdruck verleihen. Uwe Bremer widmete das abgebildete Exemplar des Drucks Irmgard Born, der Frau von Nicolas. Es entstand im Jahre 1987. Die Radierung ist auf Borns Gedicht "Ein paar Notizen aus dem Elbholz" bezogen. Born schrieb dies, da er von der Schönheit des Elbholzes im niedersächsischen Wendland fasziniert war.

 

 

 

Quellen:

Wendland literarisch/Axel Kahrs/davids drucke Göttingen /1985

Fischer Almanach der Literaturkritik/Frankfurt a. M./1980,

H.C. Buch/Waldspaziergang Unpolitische Betrachtungen zu

Literatur und Politik/Frankfurt a. M./1987

H.C. Buch/Bericht aus dem Inneren der Unruhe - Gorlebener

Tagebuch/Frankfurt a. M./1979

Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

(KLG)/H.C.Buch/München/1978

Uwe Bremer/ Aus der Sammlung Großhaus/ Landesmuseum

Oldenburg / Merlin Verlag/2000

Der Landvermesser: Gedenkbuch für Nicolas Born/ hrsg. von

Christiane Beyer und Axel Kahrs. - Lüneburg: zu Klampen/1999