ZUR EINLEITUNG: SCHRIFTSTELLER, SCHÜLER UND SCHREYAHN

Als unser Deutschlehrer am Anfang des Schuljahres zur Lektüre den Roman "Die Fälschung" von Nicolas Born vorschlug, herrschte zunächst Ratlosigkeit. Gerade hatte ein Schüler darum gebeten, endlich einmal ein Buch zu lesen, das nicht älter als 100 Jahre ist, und nun Born? Wer war das denn überhaupt? Der Hinweis des Lehrers Axel Kahrs, dass das ein Autor aus dem Wendland sei, machte es auch nicht viel besser. Ein Heimatdichter, eine Art Hermann Löns? Stutzig wurden wir erst, als wir in einem "Lexikon der Weltliteratur" den Namen Nicolas Borns fanden. Das Hannoversche Wendland und Weltliteratur? Nun bestellten wir doch das Buch und fingen mit der Lektüre an. Dazu mussten wir den Ort der Handlung erkunden, es war der Libanon der siebziger Jahre, in dem der Krieg zwischen Christen, Juden und Palästinensern tobte (zwischenzeitlich wurde das alles ganz schön aktuell!). Immer wieder fuhr der Held des Romans aus Beirut zurück ins Wendland und genoss dort die einmalige Landschaft. So allmählich kriegten wir heraus, dass sich hinter der Hauptfigur der STERN-Journalist Kai Hermann, ein Freund Nicolas Borns, verbirgt, der ebenfalls im Wendland wohnt. So langsam wurden wir ein wenig stolz auf unsere Heimat. Dann kam das Angebot, im wendländischen Künstlerhof Schreyahn, einer niedersächsischen Stipendiatenstätte für Schriftsteller und Musiker, an der ersten vollständigen Lesung des Romans "Die Fälschung" mit dem Hamburger Schauspieler Wolfgang Kaven teilzunehmen, zusätzlich konnten wir ihn interviewen und uns auf dem Künstlerhof umschauen. In der Zwischenzeit ging jeder von uns einzeln oder in Gruppen, seine Wege im Literaturatlas-Wettbewerb. Die einen reisten auf den Spuren Borns durch das Wendland, die anderen lasen seine Gedichte oder Kinderbücher, wieder andere erstellten ein Libanon-Porträt oder analysierten den Film "Die Fälschung", den Volker Schlöndorff z.T. hier im Wendland gedreht hatte. Einige interviewten Lüchows Bürgermeister, Zeitzeugen oder Freunde Nicolas Borns. Bücher, Fotos, Video, Tonband, Digitalkamera, Internet, CD: so ziemlich alles, was die Technik bietet, wurde herangezogen. Dass das dicke Ende nachkam, wurde uns klar, als wir die HTML-Fassung unseres Beitrages erstellen wollten (schweigen wir lieber, doch am Ende waren wir fertig).

Vor unseren Augen entstand das Bild eines Schriftstellers, der hier lebte und seine Umgebung, die für ihn zur Heimat wurde, in seine Literatur aufnahm - ein Wendland-Bild, dem wir in vieler Hinsicht zustimmen können. Die folgenden Kapitel können, von Borns Lebensweg ausgehend, im Überblick Informationen und Eindrücke zum Werk, zum Freundeskreis und zu den Erinnerungsstätten an ihn im Wendland geben.

Lüchow, 21. Mai 2002 - Schülerinnen und Schüler der Klasse 11d des Gymnasiums Lüchow:

Nach getaner Arbeit... (Es fehlen: Karsten Hähre, Manuel Trittel, Daniel von der Gablentz, Daniel Hirsch, Sarah Lüngen und Frederic Krueger.

Namen:

Karsten Hähre, Denise Hilbig, Marina Himjak, Daniel Hirsch, Sabrina Jakumeit, Lea Karsten, Frederic Krueger, Esther Kunitz, Maren Leitner, Sarah Lüngen, Wenzel Nemetschek, Moritz Pralle, Tina Schlett, Till Schrader, Dominik Schulz, Kristina Steinfurth, Anke Stürznickel, Manuel Trittel, Daniel von der Gablentz, Maria Liczkowski.