"Ein physikalischer Versuch, der knallt, ist allemal mehr wert als ein stiller; man kann also den Himmel nicht genug bitten, [daß], wenn er etwas von einem will erfinden lassen, es etwas sein möge, das knallt; es schellt in die Ewigkeit."


Lichtenberg wurde 1772 Professor an der noch jungen Universität Göttingen. Seit 1777 hielt er physikalische Vorlesungen, die ihn bald berühmt machten. Er führte erstmals in großem Umfang in seinen Vorlesungen Experimente vor, die er sorgfältig vorbereitete.
Hier zeigte er auch das elektrische Phänomen, das er entdeckt hatte und das bis heute mit seinem Namen verbunden ist: die Lichtenbergschen Staubfiguren. Über sie berichtete er in einem Aufsatz, der 1777 in der Zeitschrift Novi Commentarii Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis- wie damals noch weithin üblich in der Gelehrtensprache Latein - erschien:



Zur Durchführung seiner aufwändigen Versuche erwarb Lichtenberg auf eigene Kosten eine große Sammlung der modernsten Apparate, die damals verfügbar waren. Dafür wendete er manchmal einen Betrag auf, der einem Jahresgehalt entsprach, z. B. als er eine englische Vakuumpumpe anschaffte.

1790 verkaufte Lichtenberg seine Sammlung gegen eine jährliche Rente von 200 Talern an die Universität. Heute wird sie (zusammen mit anderen physikgeschichtlich interessanten Apparaten) im I. Physikalischen Institut aufbewahrt. Betreut wird sie von Professor Georg Beuermann, der gewissermaßen Lichtenbergs Nachfolger in seinem Lehrgebiet ist.

Als Lehrbuch benutzte Lichtenberg das Handbuch seines Freundes Johann Christian Polycarp Erxleben. Erxleben war 1777 im Alter von nur 33 Jahren gestorben. Lichtenberg wurde nicht nur Erxlebens Nachfolger, sondern bearbeitete auch mehrere Auflagen dessen Handbuches, welches er zum bedeutendsten Physikbuch seiner Zeit machte.
Lichtenberg ließ ein Exemplar des Jahrbuchs auf Papier mit besonders breitem Rand abziehen, so dass er viel Platz für seine Ergänzungen hatte die in der folgenden Auflage eingearbeitet wurden.
Ein Besuch in Lichtenbergs Sammlung