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etrachtet man die Beurteilung der Werke von Hermann Löns im Laufe des letzten Jahrhundert, so ergeben sich drei prägnante Erscheinungsbilder: während der NS-Zeit, in der Nachkriegszeit und die Neubewertungen durch die Öko-Bewegung.


Während der NS-Zeit
In dieser Zeit wurden die Werke von Löns mit ihrer Wirkrichtung nach Heimatliebe gekoppelt mit rassisch - völkischen Äußerungen von den Nazis für die damaligen propagandistisch - volksmanipulativen Zwecke genutzt. Sie wollten das Bild einer Heimat entstehen lassen, für das es sich lohnte zu sterben. Zu diesem Zweck wurde sein angeblicher Leichnam gleich zweimal umgebettet, um das Soldatentum von 1914 zu glorifizieren. Löns sollte sich zur Symbolfigur des deutschen Soldaten entwickeln. Seine naturverbundenen Lieder und Werke wurden von der Hitlerjugend verehrt ebenso auch seine Roman „Grün ist die Heide“ (erstmals 1934 verfilmt).

In der westdeutschen Nachkriegsgeschichte
Hier wurde die Beziehung der Nazis zu Löns schnell verdrängt. Zwar hielten einige Rechtsradikale noch an ihm fest, doch traten in dieser Zeit seine naturverbundenen und politisch neutralen Werke in den Vordergrund. Allerdings wurde er durch seine NS-Vorgeschichte im politischen Kontext inakzeptabel. Mit der neu erweckten demokratischen Freiheit nach Reisen und Erholung wurde das Gebiet der Lüneburger Heide und damit die Werke von Löns wiederentdeckt. 

Ab 1980
In den 80er Jahren wurde Löns durch die Veröffentlichung seines bis dahin verschollenen Kriegstagebuches neu wahrgenommen. Löns zeigt hier die selbsterlebte ungeschminkte grausame Realität des ersten Weltkrieges auf. In der entstehenden ökologischen Friedensbewegung wurde nun auch der Pazifist Löns gesehen. Bis heute gilt er, als Gründungsmitglied des ersten deutschen Naturschutzparks in der Lüneburger Heide, als Vorkämpfer für den Naturschutz.