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ermann Löns hatte eine nicht einfache Kindheit, da er eines von 14 Kindern war. Diese Tatsache wird sicherlich auch ein Grund dafür gewesen sein, dass er im Alter viele Probleme mit seinen Mitmenschen bzw. sich häufiger mit diesen angelegt hat. Dies begründet sich mitunter darin, dass sein Charakter nicht leicht zu verstehen und es schwer war, mit ihm auszukommen. 
Ein Indiz dafür ist beispielsweise seine Zugeneigtheit zum Alkohol. Er kehrte oft und gerne in Kneipen ein wie z.B. „Die Falle“ in Bückeburg, bei der er bis zu seinem Tod eine Zeche von 50 DM (entspricht ca. 5000 € heute) offen hatte. Löns trank dort oft und auch öfters ein bisschen mehr. Man kann also sagen, dass er eine Art Trunkenbold war.
Aufgrund dieses Faktums ist es nicht verwunderlich, dass er es mit Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nicht so genau nahm, so dass er häufig seinen Arbeitsplatz räumen musste und auf der Suche nach neuer Beschäftigung war. 
Dies lässt sich auch auf die Beziehungen zur Weiblichkeit übertragen; denn "er wechselte seine Weiber wie die Arbeit". Ob verheiratet oder nicht, er war immer für eine Affäre zu haben. Dies zeigt sich zum Beispiel an Ernestine Sassenberg, die er in Bückeburg kennen lernte. Sie war damals sein Hausmädchen und er verheiratet. Er fühlte sich wegen ihrer körperlichen Vorzüge zu ihr hingezogen, doch sie entsprach geistig nicht annähernd seinem Niveau. Außerdem konnte sie gut kochen und bot ihm das Gefühl von jugendlicher Frische und Geborgenheit. 
Er war, was Frauen anging, ein Egoist, welcher jede Beziehung zu seinen Gunsten ausnutzte. Doch er brauchte auch eine gewisse Ruhe, als Ausgleich zu sich selbst, welche er in der Natur oder in der Beziehung zu Ernestine Sassenberg fand. Dieses ist auch der Grund, aus welchem er das beschauliche Schaumburg noch einmal aufsuchte, nämlich um seine "Tine" abzuholen und die endgültige Ruhe in der Heide mit ihr zu finden. 
Die Natur war für ihn sehr wichtig, was sich in seinen Werken feststellen lässt („Mein grünes Buch“). Er war Naturschützer und hatte maßgebliche Definitionen zur waidgerechten Behandlung und der Ehrerbietung gegenüber den Tieren formuliert.
Seine Einstellung zur Kriegsgewalt reichte von pazifistischen Gedichten über ein Revolutionslied bis hin zur freiwilligen Meldung im Ersten Weltkrieg als Soldat. Daraus ergibt sich kein eindeutiges Bild über seine politische Einstellung. Doch in seinem Leben gab es eine Wandlung; in seiner Jugend war er der sozialdemokratische Revolutionär, während er im Alter die nationalistische Seite vertrat. 
Hermann Löns war kurzgefasst ein Trunkenbold, Schriftsteller, „Weiberheld“, Ruhebedürftiger, Naturmensch und Jäger, der es nicht scheute, sich mit der Obrigkeit anzulegen, um seinen Willen oder seine Meinung durchzusetzen.