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Begräbnisstätte

öns ist als 48-jähriger freiwillig in den Ersten Weltkrieg gezogen und dort am 26. September 1914 als Soldat der deutschen Armee bei Loivre im Sturmangriff gegen französische Alpenjäger gefallen .
Die Nationalsozialisten im Dritten Reiches suchten nach Symbolfiguren, die der geistigen und militärischen Aufrüstung im nationalsozialistischen Sinne dienlich sein konnten. Aufgrund seiner Werke, in denen die wiederholte Konzentration auf Kämpfen und Siegen bzw. auf stark und schwach auffällt, kamen sie auf Hermann Löns . Somit kam die Anregung auf, die günstigerweise 1934 aufgefundenen Gebeine des Heimatdichters (immerhin knapp 20 Jahre nach seinem Tod), von Frankreich nach Deutschland zu überführen. Der Auftrag der Reichsregierung am 14. August 1934 lautete wie folgt: Hitler hat nach einem Vortrag dahin entschieden, dass die Gebeine des Heimatdichters Hermann Löns aus Frankreich nach Deutschland überführt werden. Kosten für die Überführung und Beisetzung trägt der Staat. Mit der Vorbereitung und Durchführung ist von der Witwe Löns der Schriftsteller Dr. Castelle beauftragt worden. Als Ort der Beisetzung sind die Sieben Steinhäuser im Kreise Fallingbostel in Aussicht genommen. 
Die Sieben Steinhäuser sind berühmte, etwa viertausend Jahre alte Grabkammern. Etwa 2 Monate später musste festgestellt werden, dass dieser Bereich zum geplanten geheimen Truppenübungs- und Schießplatz Belsen gehören sollte und folglich nicht als Begräbnisstätte genutzt werden könne. Die für den 3. November vorgesehene Bestattung sollte nun unbedingt aufgeschoben werden, bis man sich auf einen alternativen Bestattungsort geeinigt hatte. Castelles Nachricht an das Düsseldorfer Beerdigungsunternehmen, das sich schon in Frankreich befand, erreichte dieses jedoch nicht. Folglich kamen die Gebeine am 2. November in Walsrode an. Es folgten Streitereien zwischen den Fallingbosteler Behörden, der NS-Bürokratie und den Verwandten Löns´. Kurzum wurden die Gebeine von SA-Beauftragten in einer Nacht- und Nebel-Aktion am 30. November aus der Fallingbosteler Friedhofskapelle entführt und an der Straße Soltau-Harburg im Bereich des Naturschutzgebietes Wilsede unwürdig begraben. Der Befehl wurde von Goebbels selber ausgesprochen, um die `Angelegenheit Löns´ in aller Stille zu bereinigen. Als die Wehrmacht einen entsprechenden Versuch startete und bei Hitler um Genehmigung bat, die Gebeine mit militärischen Ehren im Tietlinger Wacholderhain bei Walsrode beisetzen zu lassen, erhielt sie ein Ja ohne Einwand. Nicht überraschend kamen nach der Beerdingung Zweifel auf, ob die umstrittenen Gebeine überhaupt die Lönsschen waren. Sie wurden nämlich nur anhand der Erkennungsmarke des Soldaten Löns´ identifiziert. Hierauf sind aber nicht alle Zahlen deutlich zu erkennen und die Regimentzugehörigkeit ist nicht klar zu entziffern. Auch die Form der Marke lässt Zweifel aufkommen. Vor allem aber ist fraglich, wieso Löns die Marke überhaupt noch bei sich gehabt hat, denn eigentlich wurde er offiziell als gefallen vermerkt und dies geschieht nur, sofern die Marke den Zuständigen vorliegt. Anderenfalls hätte er als vermisst gelten müssen. Womöglich waren die gefundenen Gebeine also gar nicht die Lönsschen. 
Es stellte sich also die Frage, ob die Überführung der Löns-Gebeine nicht nur als manipulierte Propaganda-Aktion dienen sollte
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