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lles verlief genau nach seinen Vorstellungen und ab dem 1. November 1907 war Hermann Löns der neue Schriftführer der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung.
Es wurde ihm sogar noch zugesichert, dass er während seiner Tätigkeit in Bückeburg auch noch Zeit für anderweitige literarische Projekte haben würde.
Doch nicht nur Hermann Löns war neugierig, was ihn im Fürstentum so alles erwarten würde, die Bürgerliche Gesellschaft war ebenfalls sehr gespannt auf den Neuankömmling. Hatte man doch eine gewisse Vorstellung über den mit beißender Feder schreibenden „Fritz von
der Leine“. Doch schon die äußere Erscheinung Löns musste wohl die erste Enttäuschung gewesen sein, bei der man jedoch nicht mit seiner Rache in Form von Spott rechnete.
Zudem wurde er noch von seinem Kollegen Heinrich Franke vor der Bückeburger Hofgesellschaft gewarnt, war jedoch nicht abzubringen vo
n seinem Ziel, einmal selbst dazu zu gehören. Noch hatte er nicht erkannt, dass es mit seiner Menschenkenntnis nicht weit her war. Aber ansonsten war seine Zusammenarbeit mit Franke gut, da er sich Löns neidlos unterordnete und seine starke Ich-Bezogenheit akzeptierte.
Löns fühlte sich wohl in Bückeburg, was aus einem Brief an seinen Freund Kutscher hervorgeht. Obwohl er in diesem von sehr wenig freier Zeit spricht, veröffentlichte er am 3. November sein erstes in Bückeburg entstandenes literarisches Werk unter dem Titel „Ein Herbststrauß aus dem Harrl“ in der Landeszeitung.
Doch das gute Verhältnis zu Bückeburg sollte sich bald ändern. Das Konsortium schränkte ihn nämlich in seiner Wirkungsfreiheit immer mehr ein, was eine Zensur seiner Artikel, die Bemängelung seiner Arbeit insgesamt und zu guter eine Kritisierung seiner politischen Richtung beinhaltete. Doch als Chefredakteur versuchte Löns natürlich, seine Zeitung zu modernisieren. Er veränderte das Layout, um die Zeitung übersichtlicher und ansprechender zu machen. Außerdem veröffentlichte er verschiedene Artikel. Er schrieb z. B. politische Kommentare und als „Roland vom Rathaus“ schrieb er über den aktuellen Tratsch. Eine weitere Modernisierungsmaßnahme war die Einrichtung einer Redaktionssprechstunde, wo die Schaumburger eigene Schriften veröffentlichen lassen konnten, wie er es schon am Tage der Vertragsunterzeichnung im Sinn hatte.