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ach einem aufgezwungenen Medizinstudium, dem Bruch mit seinem Vater, seinem Einstieg in das Zeitungsfach über Kaiserslautern, Gera und schließlich Hannover kam Hermann Löns am 1. November 1907 als Schriftleiter der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung nach Bückeburg .
Die Zeitung war Eigentum der Fürstlichen Hofkammer und wurde von einem Konsortium von drei Personen geleitet. Das waren damals Oberstleutnant von Hirschfeld, Freiherr Georg von Rechenberg und Hofkammerrat Freiherr Ernst von Bülow als geschäftsführender Vorsitzender. Durch ihre Zugehörigkeit zur Hofkammer gehörten sie zwar zur Bückeburger Gesellschaft, in Sachen Zeitungswesen und –wissen war ihnen Löns aber um Längen voraus. Gedruckt wurde die Zeitung damals von Hofbuchdruckereibesitzer Heinrich Grimme. 
Nach dem Tod des bis dahin tätigen Schriftleiters Heinrich Wilhelm Meier im September 1907 übernahm vorläufig Wilhelm Wiegmann die Leitung der Redaktion.
Dieser wiederum war ein guter Freund von Hermann Löns, zur Zeit in Hannover tätig, und unterrichtete diesen sogleich über die freie Stelle. Löns war sofort begeistert von dem Gedanken, nach Bückeburg zu gehen, da er in Hannover große Misserfolge mit seinem eigenen Zeitungsunternehmen, der Hannoverschen Allgemeinen einstecken musste. Er erhoffte sich in Bückeburg ein ruhiges Leben, ohne den Verlag und den wirtschaftlichen Wettbewerb betreffende Sorgen, mit mehr Zeit, auch literarisch tätig zu werden. Jedoch war die Landeszeitung nicht das richtige Blatt für einen Menschen mit Löns Fähigkeiten.
Aber Hermann Löns lockten nicht nur die beruflichen Aufstiegschancen nach Bückeburg. Für ihn war vielmehr die Verknüpfung von Gesellschaft und Natur wichtig. Es war ein Traum von Löns, mit zur Bückeburger Hofgesellschaft zu gehören und ein gewisses Ansehen zu genießen, aber auch in die freie Natur gehen zu können, wenn er der Gesellschaft überdrüssig werden würde. Er hoffte, seinen Traum in Bückeburg verwirklichen zu können.
So unterschrieb Hermann Löns am 29. September 1907 seinen Arbeitsvertrag und gab gleich noch einige Änderungs- und Verbesserungsideen zum Besten. Er wollte zum Beispiel Werbung einführen, an der es der Zeitung vorher gänzlich fehlte. Aber auch an einen Teil, in dem die Bevölkerung Artikel verfassen könne und in dem die Natur dargestellt würde, hatte er gedacht.