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Aktualisierung :
29-Mai-2001

Auseinandersetzung mit Leben und Werk des Heimatdichters 
Albert Trautmann


Fränzchen

Am Beispiel des Kindes "Fränzchen" macht Trautmann deutlich, wie Krieg, Alkohol und Tod eine Familie zerstören können.
Es ist die Geschichte der Familie Stratmann. Franz Stratmann verliert im Krieg seinen Arm. Aus seinem Sohn Gerd wird ein Maurer, der auch wieder einen Jungen bekommt, Fränzchen. Am Richtfest kommt Gerd betrunken nach Hause, von da an schlägt er Frau und Kind. Der Großvater kümmert sich um Fränzchen, kann aber nicht verhindern, dass der Kleine sich im Nebel im Moor verirrt und ertrinkt.

Textauszug
Eines Abends kam Gerd nach Hause, seine Frau - das Feuer ihrer Augen war erloschen, die ehmals so gesunden, vollen Wangen waren eingefallen - öffnete ihm die Küchentür und wollte ihn vorsorglich zu einem Stuhle geleiten. Da stieß er sie von sich und gebrauchte ein entsetzliches Schimpfwort. Der Vater sprang vom Stuhle auf und sprang mit zornfunkelnden Augen vor ihn hin.
"Gerhard, Gerhard, du -" Da hob der Sohn die Faust.
"Geihst du weg, du -"
Weiter kam er nicht, der Schlag fiel nicht, seine Frau klammerte sich an ihn, warf sich zu seinen Füßen.
"Gerhard, Gerhard, dau dät nich - o Jesus, help mi, help mi!"
Sie brachte ihn in die Kammer, kam zurück und kniete neben dem schwer atmenden Alten zu Boden.
"Vaoder, leiwe Vaoder, gaoh em ut den Weg."
Ihre Stimme zitteret, die Tränen rannen ihr über das kummervolle Gesicht.
"Süh hei was doch frauher so gaut un framm - wenn hei nu sinen eigenen Vaoder schlög - o Herr, dei fürchterlicke Sünde!"
Auch dem alten Manne rannen die Tränen in den grauen Bart.
"Min leiwe, leiwe Kind, Gott, bewahr üm davör, ick will dauhn, wat ick känn, dät, dät nich passeiert."


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Ansprechpartnerin: Irmgard Tönnies