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Aktualisierung :
29-Mai-2001

Auseinandersetzung mit Leben und Werk des Heimatdichters 
Albert Trautmann


Kirmes
Besonders beliebt und bekannt ist die Erzählung "Kirmes", da Trautmann hiermit ein Thema anspricht, das auch heute noch alljährlich als Fest hoch im Ansehen der emsländischen Bevölkerung steht. Damals wie heute wird zu Ehren des Festes das Dorf vorbereitet, werden die Buden aufgestellt und nach dem Hochamt geht das Vergnügen für Alt und Jung los. Wichtig ist vor allem das derb-frohe Treiben in den Tanzlokalen, das Trautmann genauestens darstellt und manche Charakterstudie entstehen lässt.



Textauszug
Eine Hümmlinger Kirmestänzerei ist kein exklusiver Kasinoball, wird wohl auch nie einer werden. - Jetzt beginnt mitten im Saal einer mit mächtiger Stimme zu singen:
Laot susen, laot brusen, laot weihen, wo´t will,
Dei Bur mut betohlen, laot´t kaomen, as´t will.
Die ganze Gesellschaft stimmt ein in die bekannte Melodie, und unter Stampfen und Gläserschwenken wird die Strophe exekutiert. Jedes Bier muss erkämpft werden, der Boden ist im ganzen Saale aus einer dünnen Breischicht aus Straßenschmutz, Bier, Wein etc. bedeckt. Schadt alles nichts, es tanzt sich schön, und wer fällt, - fällt weich. (...)
Die Jungens mit der einen Hand ihre Tänzerin umfassend, halten in der anderen einen saftigen Salzhering, den sie sich mit der fünfzinkigen Naturgabel aus der Tonne gefischt haben und verzehren denselben mit größtem Wohlbehagen.
"Es geht nichts über einen Hering, da können ein paar Buddeln drauf stehen!"
Das Gerippe mit Kopf und Schwanzflosse wird ohne Arglist im kühnen Bogen auf die Menge geschleudert, die triefende Hand sorglos am Rockfutter abgewischt, - sie reinigt sich übrigens auch von selbst an den Kleidern der Tänzerin - und:
"Kumm, Kathrinken, nu will wi is wedder danzen."

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Ansprechpartnerin: Irmgard Tönnies