Die Landschaft zwischen Weser und Elbe besteht vor allem aus Marsch, Geest und Moor.
   Besonders die Marschbauern sind allzeit mit Nachdruck für die Sicherung ihrer Rechte eingetreten. Bei ihnen handelt es sich vorwiegend um freie Männer auf freien Höfen mit einem enormen Standesbewusstsein. Die meisten sind liberal eingestellt, sie fühlen sich durch die Privilegien des Adels diskriminiert.
   Mit der Amtsübernahme König Ernst Augusts im Jahre 1837 (gleichzeitig Ende der Personalunion Hannovers mit England) beginnt eine Phase der politischen Restauration. Der Monarch hebt das Staatsgrundgesetz von 1833, das auch den Bauern den Zugang zur zweiten Kammer ermöglicht hatte, auf und führt die Verfassung von 1819 wieder ein. Dagegen erwächst im Lande heftiger Widerstand. Dieser drückte sich zum Beispiel in einem Wahlboykott und der Weigerung der Marschbauern, Steuern zu zahlen, aus.
   1840 beim alljährlichen Pfingsttreffen kommt es auf dem Dobrock, einem bewaldeten Geestrücken und auch heute noch beliebten Ausflugsgebiet links der Oste, zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen Hadler Liberalen auf der einen und regierungstreuen Adligen, Beamten und Offizieren auf der anderen Seite. Fast kommt es zu Handgreiflichkeiten. Um derartigen ,,Störungen" bei künftigen Pfingstreffen vorzubeugen, fordert der Stader Amtmann Dodt den Otterndorfer Magistrat auf, diesen ,,mit Nachdrücklichkeit" zu begegnen. Die Akten darüber liegen im Staatsarchiv Stade.
   Solchermaßen aufgeheizt ist die Stimmung, als Hoffmann von Fallersleben erstmals das Land Hadeln besucht. Es erstaunt nicht, dass er, in dem viele auch ein Opfer der politischen Verhältnisse sehen, hier mit offenen Armen empfangen wird.
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