1845 ist Hoffmann erneut im Lande Hadeln. Die Landdrostei Stade, die etwa einer heutigen Bezirksregierung entspricht, beginnt eine umfangreiche Polizeiakte über ,,Die politischen Umtriebe des Professors Hoffmann von Fallersleben" anzulegen.
In einem Eilschreiben des Königlich-Hannoverschen Ministeriums des Inneren vom 6. August 1845 an die Stader Behörde heißt es:
,,Dem abschriftlich angeschlossenen Berichte des Kommandeurs der Landgendarmerie vom heutigen Tage zufolge hält sich der bekannte Professor Hoffmann von Fallersleben gegenwärtig im Lande Hadeln auf. Da nun des Königs Majestät schon im Jahre 1843 zu befehlen geruht haben, dass dem p. Hoffmann ein Aufenthalt im hiesigen Königreich überall nicht gestattet werden solle, so beauftragen wir Königliche Landdrostei, denselben sofort aus den hiesigen Landen wegzuweisen und nöthigenfalls, jedoch unter thunlichster Berücksichtigung seines Standes, durch die Landgendarmerie wegführen zu lassen."

   Aus den ,,ganz unterthänigsten" Beobachtungen des Landgendarmen de Boer:
,,Der Demagoge und Professor Hoffmann (von Fallersleben) ist in verflossener Woche Sonnabend als am 26. July wieder im Lande Hadeln, um dem Gespräche nach seine Freunde zu besuchen, angekommen, wo dann der Hauswirt Schmoldt aus Westerende Otterndorf ihn mit einem Wagen von Cuxhaven abgeholt haben soll.... Am 29. v.M. ist der Eduard Hintze (früher echter Opponist) aus Osterende Otterndorf, welcher verstorben ist, beerdigt und p. Hoffmann hat dieser Leiche mit zum Grabe gefolgt... Übrigens habe ich in politischer Beziehung oder sonst etwas Verdächtiges noch nicht in Erfahrung bringen können."
   Dennoch können die Freude Hoffmanns nicht verhindern, dass der Dichter aus dem Königreich ausgewiesen wird. Der Vorgang ruft große Empörung hervor, denn er bedeutet einen Bruch der alten, trotz der Zugehörigkeit zu Hannover immer noch gültigen Hadler Verfassung.

   1847 hält sich Hoffmann trotz Aufenthaltsverbots unter falschem Namen (Assessor Fuchs) und eingeschmuggelt von seinen Freunden wieder im Lande Hadeln auf. Die Behörden erfahren jedoch von seiner Anwesenheit und weisen ihn erneut aus.
In dieser Zeit weilt der von der Polizei Beobachtete, so ist anzunehmen, auch in Oberndorf auf dem Hof von Johann Schmoldt (Bildergalerie).
   Der Otterndorfer Amtmann Dodt berichtet am 23. Juli nach Stade, mehrere Personen würden Hoffmann finanziell unterstützen: „Zur Eincassierung dieser Rente pflegt er alle Jahre während der Badezeit nach Cuxhaven auf kurze Zeit zu reisen, benachrichtigt dann von seiner Ankunft die Beitragspflichtigen, welche nicht ermangeln zu ihm zu eilen, mit ihm zu essen und zu jubeln, und ihren Tribut zu zahlen, den sie dem Märtyrer zu schulden vermeinen. Zur Belohnung pflegt Hoffmann dann einige kurze Gedichte vorzutragen, die natürlicherweise großen Anklang finden."

   Dies ist der letzte Aufenthalt Hoffmanns im Lande Hadeln, wo er Freunde, Zuflucht und finanzielle Unterstützung fand.
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