Hoffmann im Land Hadeln

   1840 hält sich Hoffmann von Fallersleben erstmals auf Helgoland, damals noch britisch, auf. Für ihn ist die Insel ein Erholungsort, in dessen Abgeschiedenheit er neue Kraft schöpfen und dichten kann (Helgoländer Lieder). 1841 kommt er wieder; im gleichen Jahr informiert das Innenministerium in Hannover die Landdrostei Stade (Karte) darüber, dass seine ,,Unpolitischen Lieder"im Königreich Hannover verboten und seine Bücher zu beschlagnahmen seien.

   Bereits im darauffolgenden Jahr weilt Hoffmann wieder auf der Felseninsel.Von dort begibt er sich nach Cuxhaven, wo ihm zu Ehren ein Fest stattfindet. Es sind auch Hadler Bürger anwesend, darunter die Brüder Schmoldt, die ihn zu sich einladen. Auf Ausflügen lernt Hoffmann „das kleine merkwürdige Ländchen" Hadeln kennen, was sich wie folgt im 3. Band seiner Erinnerungen (Mein Leben, 3 Bde., Hannover1868) niederschlägt:
Landschaft an der Niederelbe um 1840; im Hintergrund der Strom,,Jedes Gehöft ist mit Bäumen umpflanzt, wenigstens nach der Wetterseite.Die Wohnhäuser sind reinlich und nett, und bequem eingerichtet. In einiger Entfernung einBackhaus, das zugleich Brauhaus ist. Jede Hausfrau versteht Kuchen und kleine Zwiebäckezu backen, das Gebäck ist sehr wohlschmeckend... Die Luft hat bei West- und Nordwindetwas Seeartiges. Das Laub der Bäume ist ganz dunkelgrün. Die Menschen sind groß und stämmig, haben alle blonde Haare und blaue Augen. Ihr ganzes Wesen scheint treu und bieder. Überall wo ich hinkomme wird mir die herzlichste Theilnahme. Was die Natur nicht bietet sucht man durch Treuherzigkeit und Gastfreundschaft zu ersetzen. Es ist Alles so wahr an diesen Leuten, daß man sich nicht wundern darf, wenn sie so fest halten an den einfachen Begriffen von Freiheit und Recht und sich als verfassungstreue Männer bewährt haben und ausharren. In allen lebt der alte friesische Freiheitsgeist fort..."
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