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Unser Besuch bei Frau Allers

Vanessa: Wir sind um vier Uhr zu Frau Allers gefahren. Sie hat uns herzlich empfangen. Als endlich alle da waren, durften wir uns in die warme Stube setzen. Sie hat in der Stube einen Computer. Frau Allers hatte für uns den Tisch gedeckt, der in der Stube steht. Sie hat auch ein ganz altes Sofa, auf dem sonst immer nur alte Tanten sitzen. Es gab Apfelkuchen und Kekse und die haben sehr gut geschmeckt. Sie hat uns Gedichte und Geschichten vorgelesen und es waren fast nur plattdeutsche Gedichte. Sie hat uns von ihrer Schule erzählt, wie sie gelebt hat und sie hat uns erzählt, wie sie angefangen hat zu schreiben. Sie hat angefangen zu schreiben, um sich etwas von der Seele zu schreiben, wenn sie traurig ist oder Kummer hat. Frau Allers wollte eigentlich nur für sich schreiben, aber viele Menschen wollten es lesen und dann hat sie auch für sie geschrieben.

Stephan: Ich bin der Enkel von Frau Allers und ich heiße Stephan. Ich erzähle jetzt vom Zusammenleben auf dem Hof. Oma hat eigentlich nicht viel mit dem Hof zu tun. Sie macht im Sommer ihren Garten schön, aber nur was sie schaffen kann, weil sie ja schon 80 Jahre alt ist. Oma strickt für uns Strümpfe und stopft die Löcher von unseren Hosen. Es macht immer Spaß, wenn Oma uns vier Kindern etwas vorliest. Ihr Tagesablauf sieht so aus: Morgens steht sie in aller Ruhe auf und frühstückt dann erst einmal. Nach dem Frühstück räumt sie auf und dann wird das Mittagessen vorbereitet. Nach dem Mittag fährt sie dahin, wohin sie gerne möchte, mal zum Kränzchen, mal zum Kartenspielen oder lädt Freunde und Freundinnen zu sich ein. Um vier Uhr wird Kaffee getrunken. Und um sechs Uhr isst sie dann Abendbrot. Dann wird entweder gestrickt, ferngesehen oder am Computer geschrieben und dabei etwas Musik gehört. Ungefähr um 23 Uhr geht sie dann ins Bett. Am Sonntag geht Oma in die Kirche und am Freitagabend gibt sie Plattdeutschunterricht. Frau Allers, meine Oma, lebt im Grunde genommen ganz einfach.

 

Frau Allers schreibt uns ein Dankeschön

 

Still war's im Zimmer, die Stühle allein,
der Tisch stand wartend, doch dann kam herein
auf Socken ganz leise und geschwind,
artig grüßend - Kind an Kind,
Blonde und Braune mit scheuem Blick
haben sich auf den Stühlen zurechtgerückt.
Und nun lebt die alte Stube auf,
sie fühlt sich jung - sie wird ja gebraucht.
Sie ist nun voller Freude und Leben,
will Behaglichkeit und Wärme geben.
Sie strahlt mit dem Sonnenschein um die Wette
als ob sie in Mengen davon hätte.
Und Erwachsene und Kinder, sie lachen.
Was kann man aus dieser Stunde machen?
Wollen Kinder was sie denken - fragen?
Und auch ihre Meinung sagen?
Auch wenn's Erwachsenen nicht behagt?
Wenn man "frisch von der Leber" was sagt?
Die Großen seh'n manches ja so eng,
können nicht ahnen, was man so denkt.
Drum lasst uns erstmal den Apfelkuchen
und hinterher die Plätzchen versuchen.
Und wieder lacht die Sonne zum Fenster herein
und die Kamera blitzt und wir lachen hinein.
Und alles kommt später ins Internet -
sind wir Neuenkirchener Kinder nicht wirklich nett?
Das sagt euch Mutter Allers und denkt sich zurück
in Kinderträume und Kinderglück
und während sie liest - ist das nicht toll?
- ist die Stube lebendig - sie nimmt uns für voll,
uns Stars von morgen mit wachem Verstand
mit unserer Frau Detzner aus dem Hadler Land.


Elsbeth Allers, unsere plattdeutsche Schriftstellerin | Projekt Literaturatlas
|
Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule | Dorfstraße 52 | Neuenkirchen |

email: hinrich-wilhelm-kopf-schule@t-online.de