"Von Schulen geloffen", eine Kurzbiographie
 

Wilhelm Raabe hat es immer wieder abgelehnt, über sein Leben und Schaffen oder seine Familie Näheres mitzuteilen. Bezeichnend ist seine Antwort an den Verleger Sigmund Schott vom 18. Juli 1891. Auf dessen Anfrage antwortete Wilhelm Raabe:

 

Biographisches ? (...) Er lebte, schrieb, nahm ein Weib (oder ließ es) schrieb weiter und fort. O heilliger Cervantes:  -  Also:

 

8.Septemb. 1831 geb. in Eschershausen Hzth. Braunschweig. Vater Braunschw. Justizbeamter. Mutter Tochter des Stadtkämmerers von Holzminden. Volksschulen und Gymnasiun in Holzminden. Volksschule in Stadtoldendorf. Gymnasium in Wolfenbüttel.

 

1849 von Schulen geloffen um sogleich in Magdeburg den Buchhandel zu lernen.

 

Auf Schulen zurückgeloffen. 1854-56 Universität Berlin: Chronik der Sperlingsgasse.  - 

 

Von da an Schriftstellerleben von Hand in den Mund. Wolfenbüttel. Stuttgart. Heirath 1862. 1870 Übersiedlung nach Braunschweig. 4Töchter, des Namens nach aus jeder der 4 großen Kultursprachen Eine: Margarethe  -  Elisabeth  -  Klara  -  Gertrud  -  Griechisch, hebräisch, lateinisch und deutsch.

 

Jetzt im sechzigsten Lebensjahre unberufen noch so ziemlich auf den Beinen, und Dank der innigen Teilnahme der Nation auch mit der Feder noch im Gange: Von der Hand in den Mund! Ja, so geht es, wenn man kein ehrbar Handwerk ergreift, sondern aufs Seil steigt und sich dort auf den Kopf stellt.

 

Machen Sie nun damit, was sie wollen, lieber Freund; aber um Gotteswillen kommen Sie mir nicht um nähere Facta und Data.

So schrieb Wilhelm Raabe über sich.