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Anekdoten

SCHWITTERS ANEKDOTEN

SPUCKEN AUF HITLER ALS ERSATZ FÜR APPLAUS 

Walter Spengemann aus Hannover berichtet, dass Schwitters auf die Ausschreitung von Nazis schließlich mit einem Happening reagierte. Er fing an, seine Lesungen durch eine äußerst gefährliche Art von Publikumsbeteiligung zu beleben. Indem er seinen seltsamen, allgegenwärtigen, ´kabalistischen´ Handkoffer öffnete, entnahm er daraus eine Fotografie von Hitler und stellte sie am Rand des Podiums auf. Bevor er mit der Rezitation der Ursonate, ihrer Einleitung, ihren vier Sätzen und der Kadenz begann, pflegte er sein Publikum dazu einzuladen, auf Hitlers fotografisches Abbild zu spucken, wann immer ihm danach zu Mute war. Dies, so lies er seine Zuhörer wissen, sei ein akzeptabeler Ersatz für Applaus.

 

AUFHÄNGEN ODER AN DIE WAND STELLEN

Bei einer Zusammenkunft von Malern wurde Schwitters - möglicherweise um seine Loyalität zu prüfen - um seine Meinung über neuste Porträts von Hitler und Goebbels gebeten. Er betrat die Bühne mit den Porträts und sagte: ,,Gut, hier sind sie, Freunde, sollen wir sie aufhängen oder an die Wand stellen?"

 

 aus: Schaub, Schwitters Anekdoten